September

PETERSEN Sweatshirt OUI mailing

Drei Filme, drei Gadgets und eine Serie für den September:

1. Der Film “Party auf dem Todesstreifen”
…von Felix Denk und Sven von Thülen. Er ist im Juli auf arte ausgestrahlt worden. Ein Beitrag über die Wende und die ersten Jahre der Berliner Techno-Szene. Schnell gucken! Wer weiß, wie lange er noch über Vimeo online ist…

(P.S. Das Buch, das dem Film vorausgegangen ist: “Der Klang der Familie” von Felix Denk und Sven von Thülen. Erschienen im Suhrkamp Verlag.)

2. Dieser Schal,
…um den ich heute im ACNE Store bei uns in der Weinmeisterstraße herumgeschlichen bin. Aber, ganz ehrlich: WIEVIELE Schals muss ich eigentlich noch kaufen, bis ich endlich einsehen werden, dass ich schalmäßig bis an mein Lebensende bestens versorgt bin. Trotzdem: morgen gehe ich nochmal hin. Will ihn ja nur kurz nochmal angucken…

3. ..und noch ein Film: “Let it rock”!
Das  “Interview”-Magazin stellte ihn vor ein paar Tagen online. Unterzeile: “So wild ging es vor 10 Jahren in Mitte zu”. Wem´s hier jetzt zu Berlin-lastig wird, der geht sofort zum nächsten Punkt über. Ein Tipp für alle anderen: ebenfalls besser jetzt als später mal reinschauen. Könnte auch hier sehr gut sein, dass er schnell auf Nimmerwiedersehen aus dem Netz verschwindet. Ich selbst habe ihn auch noch nicht gesehen. Heute abend vielleicht?

4. Welcome back, Miss Prime Minister!
Gestern habe ich mir endlich die dritte Staffel der dänischen Serie “Borgen” bestellt. Wer die ersten zwei Staffeln noch nicht kennt, kann hier mal kurz in das fiktive Leben der dänischen Premierministerin Brigitte Nyborg reinluschern…  Schön nordisch streng und politisch-strategisch. Ich mag das ja! Wir waren im vorigen Winter völlig süchtig. Gibt aber auch Freunde, die überhaupt nicht reingekommen sind. Alles zu dunkel, Plot zu lahm. Ich würde sagen: einfach mal zwei Folgen anschmeißen und unbedingt auf Dänisch mit englischen Untertiteln gucken. So viel besser als in der deutschen Synchronisation. Und die Ministerin ist einem auch gleich tausendmal sympathischer!

5. Fragt mich nicht warum, aber gerade bin ich scharf auf diese Sneakers. Die sind in meiner Größe selbstverständlich ausverkauft. Wäääh. Da muss ich wohl nochmal warten.

6. Diese Woche auf itunes geguckt: den Martin Scorcese-Film  “The Wolf of Wallstreet”. Spektakulär unterhaltsam! Und ein “Schnee” wie zuletzt in “Fear and Loathing in Las Vegas” (wenn ich es richtig erinnere). In der Hauptrolle: Leo di Caprio auf Pille und Koks im Gold- äh Geldrausch. Muss man in 2 Sessions gucken. Der Film läuft ganze 3 Stunden – und es wird einem keine einzige Line Koks auf Po-Ritze in Nahaufnahme erspart. Zwischendrin sind wir  kurz runtergegangen und haben in der Straße mal eben was zu Abend gegessen, so ewig lief die Sause.

7. Und zu guter Letzt: endlich sind sie da! Der neue “Oui”-Sweater. Weil ich einfach viel öfters “oui” sagen will!  ♡
Und der neue Forever”-Sweater. Und jetzt ALLE…: “Bee-cause: when the sun shines, we´ll shine together. Told you I´d be here forever…”

 

Erste Wünsche

Isabel Marant Etoile Janelle Coat Mantel

Lieber Weihnachtsmann,

es ist bereits August. Nicht, dass ich mich da jetzt irgendwie vordrängeln möchte, aber ich dachte mir, ich frage jetzt schon mal ganz vorsichtig an, ob ich bei Dir eventuell auch etwas “zurückhängen” lassen könnte. Bis Weihnachten, meine ich.

Ich dachte mir nämlich gerade bei einem Blick in den Berliner Onlineshop “The Corner”, es könnte extrem gut sein, dass dieser Mantel von “Isabel Marant Étoile” längst vergriffen ist, bis Deine Hilfsengel ihren güldenen Schlitten aus dem Schuppen zerren und losknattern, um meine Weihnachtswunschliste herunterzushoppen.

Und wenn die Engel Anfang Dezember mit gräulich eingeweichten Flügelchen aufgrund eines sehr hartnäckigen Berliner Schneeregens (von 90 Grad seitwärts) bei “The Corner” hereinstolpern, um diese Jacke für mich zu besorgen… Na, Du weißt schon: die Jacke wird da hundertpro schon weg sein. Und dann kann ich mich vermutlich alternativ auf “einen guten Krimi” oder eine ” schöne Diptyque“-Duftkerze einstellen. Nicht, dass dies nicht auch extrem begehrenswerte Geschenke wären. Ich will da jetzt auch selbstverständlich nicht rumjammern. Und schon gar nicht “im Voraus jammern”. Diese Art von Jammern BEVOR dann etwas überhaupt erst eingetroffen ist oder eben bestenfalls niemals eintreffen wird, na, dieses Jammern hatte ich mir im Sommer eigentlich gerade erfolgreich abgewöhnt.

Wie? Was sagst Du da? Du findest den Mantel einfach zu schlicht und unaufregend,? Öhm, ja, sag mal… Seit wann dürfen denn Weihnachtsmänner sich zur Weihnachts-Hitlist äußern? Alsosoweitkommtsnoch. Tur mir leid, ist mir jetzt rausgerutscht. Vielleicht erkläre ich es mal besser so: seit wann bin ich denn eigentlich ein “Early Adaptor”? Eben. War ich doch noch nie. Ich mag doch immer nur die “Alltime Classics”. Meegabrav. Und megagähn.

Und hast Du mich jemals in etwas modisch extrem Aufregendem gesehen? Einem zitronengelbem Oversize-Mantel etwa mit aufgerollter, schmaler Stoffhose in einem schönen Naturton? Dazu spitz zulaufende Ballerinas? Noch nie, oder? Das bin ich doch gar nicht. Oder vielmehr: so sehe ich mich selbst doch gar nicht.

Mode ist immer auch ein Abbild dessen, wie man sich selbst so sieht. Und dann auch: wie man gern von anderen gesehen würde. Diese optische Marken- und Imagebildung geht nur leider manchmal – äh – leicht daneben. Oder wie erkläre ich mir sonst all die Menschen, die tagsüber auf offenere Straße ernsthaft in… – haaalt! Das Lästern hatte ich mir im Sommer doch ebenfalls abgewöhnt. “The power of positive thoughts.” Soll auch gut sein für jegliche Art von betriebswirtschaftlichem Vorhaben, las ich irgendwo. Und dachte mir: count me in. “Positives Denken” hat doch noch niemandem geschadet. Und mir schon mal gar nicht. Bin nur noch nicht dahintergekommen, warum man gedanklich immer so leicht davon abkommt. Wäre doch besser, man bliebe einfach megahartnäckig dran. Aber da wären wir dann auch schon wieder bei meinem zweiten, brandneuem Lieblingsthema: “The power of persistence” (Ausdauer & Beharrlichkeit). Vor allem in betriebswirtschaftlichen Dingen. Noch so eine Baustelle.

He, Du, Weihnachtsmann. Sag mal, wie steht´s denn jetzt mit dem Mantel? Jetzt, wo klar ist, dass ich eine krass brave Modespießerin bin. Du musst da erstmal auf Dein Konto gucken? Verstehe. Kenn´ ich. Na, dann. Ich wollt´s ja auch nur kurz gesagt haben: bis Anfang Dezember ist das Ding weg. Und dann noch so ein ganz neutral gemeinter Hinweis: A-N-D-E-R-E Weihnachstmänner fackeln da sicher gar nicht lang´. Etwa welche aus Japan. Oder aus Amerika. Aber klar, so eine Diptyque-Duftkerze ist ja auch was schönes. Keine Frage.

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Mantel: “Janelle Coat” von Isabel Marant Étoile über The Corner, Berlin (Foto)

Foto im Link: Garance Doré von Sandra Semburg, A love is blind

Summer nights, summer music!

Spotify-Banner

Was gehört zu einer gelungenen Sommerparty? Bier? Grillwürstchen? Sommerbowle? Und: gute Musik!

Wir haben eine kleine Playlist für Euch erstellt. “The PETERSEN- Summer nights”.

Hört doch einfach mal rein. Ist gar nicht kompliziert.

Schaut mal, so geht´s:

1. … Musik hören direkt über Euren Webbrowser!

2. … Musik hören über Spotify.com!

 

Viel Spaß Euch allen.

Und: happy summer parties!

Foto: PETERSEN

Lieb und piep

Angus and Julia Stone Rainbow shirt sweater

Angus and Julia Stone Rainbow shirt sweater_2

 

Nicht, dass diese Woche nicht schon genug los wäre. Jetzt bin ich auch noch schockverliebt in dieses Regenbogen-Shirt! Ist es nicht der absolute H-A-M-M-E-R?

Es erinnert mich sooo sehr an mein “Regina Regenbogen”-Malbuch von 1984. Hattet Ihr das damals auch? Das Malbuch, meine ich? Wo ist denn meins eigentlich hingekommen? Wenn es nicht von meinen Brüdern zerstört und klammheimlich vergraben worden ist (wie so manches meiner früheren Lieblingsspielzeuge), muss es noch auf dem Dachboden meiner Eltern liegen, irgendwo zwischen meinen Milchzähnen, meiner vollgekrakelten Fibel und den roten Rollerskates, die ich jahrelang supertoll und dann irgendwann superblöde fand. Weil alle Cool-Kids aus der Klasse irgendwann Inliner bekamen. Nur ich halt lange nicht. Weil die roten Rollerskates ja “noch gut” waren.

Also, ich würde sagen: Internet anwerfen, Regenbogenshirt sofort online bestellen (wenn ich das Ding doch verflixt nochmal irgendwo finden würde). Und dann gleich ab ins Büro mit dem Teil.

Und im Meeting einfach mal einen knallharten, dreißigminütigen Finanzvortrag halten. Und das topseriös im frisch bestellten Regenbogenshirt. Vielleicht in dieser Besprechung auch gleich noch ein bißchen streng vor den anderen herumtun, dem Chef auch ruhig mal sehr ernst und energisch ins Wort fallen.

Ist nämlich längst kein Geheimnis mehr und steht inzwischen alle 6 Monate im “Karriere”-Teil jeder einschlägigen Frauenzeitschrift: immer lieb und piep, das kannste vergessen. Nicht mal die Leute, die in den Unternehmen am Empfang arbeiten, sind noch lieb und piep. So over, dieses “Lieb und Piep”.

Und was wäre jetzt noch das perfekte Accessoire fürs Shirt? Na? Genau. Die Nerdbrille. Muss aber nicht. Wer gerade keine zur Hand hat, kann sich auch mit einem großen Himbeereis behelfen. 12 Kugeln rotes Fruchtsorbet – ein besseres Accessoire wird man ja wohl kaum finden! So hübsch, oder?

Wäre natürlich von Vorteil, wenn man nicht unbedingt bei der Kreissparkasse Husum arbeitet. Liebe VJ´s und Stylisten bei MTV oder VIVA, für Euch wäre das Shirt doch was! Wenn Ihr es im Netz jetzt tatsächlich auftut (Ihr habt doch da so Eure Quellen und könnt das ganz anders recherchieren), bestellt Ihr mir dann unbedingt eins mit? Ich bin auch sofort bereit, das Porto zu teilen. Ach, was schreibe ich denn hier: ich bin auch sofort bereit, das Porto vollständig zu übernehmen. So super finde ich das Regenbogenshirt.

Jetzt muss halt nur noch jemand von uns das Teil überhaupt mal finden. Ich vermute, es ist aus einer längst ausverkauften Kollektion von “Forever 21″. Oder ein handbedrucktes Einzelstück von “Etsy” und kann womöglich NIE wieder hergestellt werden (wehe!).

Liebe VJ´s, please keep me posted on this one! Wie gesagt: das Porto lege ich schon mal raus. Kann meinetwegen sofort losgehen mit der Gruppenbestellung.

Eure
Regina Regenbogen

 

// Fotos: Bandfotos von “Angus & Julia Stone”

Zitronensommer!

 

Soludos 2

Soludos

Fragt mich nicht, wo die Zeit geblieben ist. Gerade war doch erst noch Ostern. Und – schwuppsdiwupps – ist schon wieder Hochsommer…

Wißt Ihr, worüber ich mich diese Woche so unglaublich freue? Über meinen Urlaub. Hurraaaa…

Ich bin nach Spanien gedüst. Die nächsten drei Wochen verbringe ich mit meiner Familie am Platja de Muro (auf Mallorca). Lesen, dösen, schwimmen. Ab und zu mal eine Wasserschlacht. Ich war wirklich lange nicht mehr am Strand. Hatte völlig vergessen, wie schön es ist, einfach mal völlig Stulle eine halbe Ewigkeit aufs offene Meer zu starren. Soooo super!

Wer viel arbeitet, kennt das Gefühl: nichts zu tun, das fühlt sich anfangs so an, als würde man etwas völlig verbotenes tun. Etwas, was eigentlich nicht okay ist.

Wer sein Tempo verlangsamt und  “nachlässt”, könnte am Ende nämlich womöglich noch völlig abschlaffen. Drei Wochen lang herumzuschlumpfen?  Das mochte ich vor meiner Abreise öffentlich gar nicht so richtig zugeben. Es ist auch nicht einfach, drei Wochen des Nichtstuns völlig konsequent durchzuhalten. Ständig möchte man von seinem Strandlaken aufspringen, etwas besichtigen, besorgen, etwas schlaues lesen, ein paar Emails schreiben oder etwas in Gang bringen. Wie schön ist es, wenn dieses rastlose Gefühl nach ein paar Tagen ein wenig nachlässt. Man muss nur stoisch dranbleiben. Am Nichtstun. Kommt einem nach all der Ackerei VOR dem Urlaub selbstverständlich noch einmal besonders absurd vor.

Wie muss das Nichtstun erst nach drei Monaten sein? Oder gar nach sechs? Der Designer Richard Sagmeister hat sich alle sieben Jahre eine Arbeitsauszeit verordnet. Er lebt und arbeitet in New York und verbringt nach sieben Jahren jeweils 12 Monate in einem völlig fremden Land. Für seine vorige Auszeit zog er nach Bali. Die Auszeiten haben dem Renomée seines Designbüros daheim in New York (und auch seinem wirtschaftlichen Erfolg) ziemlich gut getan.

Wer einfach mal wegkommt vom MACHEN, hat nämlich irre viel Zeit zum DENKEN. Klingt platt. Ist aber so. Endlich gelingt es einem, fernab des täglichen Klein-Kleins auch mal größer zu denken. Und zwar: VIEL größer. Und freier.

Der Designer Stefan Sagmeister nutzte die Auszeiten zu einer geistigen Entrümpelung, auf die ich fast ein wenig neidisch bin (wäre ich doch jemals nur halb so konsequent). Alle Jobs und Auftraggeber, die ihm aus der Distanz völlig bekloppt vorkamen, warf er über Bord. Alles, was keinen Spaß machte oder geschäftlich hinrissig war, sagte er ab. Klingt und liest sich total logisch. In den Alltag übertragen lässt sich dieser Mut trotzdem nicht so leicht. Wie viele Menschen arbeiten täglich in einem Job, der zwar nicht viel Spaß macht, aber finanziell extrem vernünftig ist. Ich weiß, wovon ich spreche. Hab´ ich jahrelang selbst so gemacht.

Neulich erzählte mir ein junger Entrepreneur bei einem Start-up-Treffen an der Berliner TU, er habe in der ZEIT gelesen, dass 80 % der Deutschen innerlich bereits gekündigt hätten. Und trotzdem würden sie jahrelang weitermachen. Es helfe ja nichts. Irgendwas müsse man ja arbeiten. Das fand ich extrem interessant. Seit der Gründung meines kleinen Unternehmens (von dem ich sicher noch immer nicht ganz leben kann) frage ich mich täglich: WIE will ich arbeiten? Mit WEM will ich zusammenarbeiten?  WOMIT verbringe ich 100 Prozent meiner Arbeitszeit? An welchen Dingen kann ich noch etwas verbessern? Wo kann ich noch etwas dazulernen?

Der Designer Sagmeister behauptet, wer sich geistig frei machen wolle, müsse sich vor allem auch aus seinem Arbeits-Alltag ab und zu mal völlig befreien. Klaro: für mich als Freelancerin ist das eigentlich (von einigen Job-Absprachen abgesehen) easy. Für Freunde mit Kindern ist es dann nicht mehr ganz so einfach. Aber möglich ist es sicher immer.

Hey Ihr: it´s the holiday season! Nutzt die Zeit, macht Euch frei. Ist doch Sommer! Denkt an nichts. Werft Euch unter Eure Sonnenschirme. Und vertraut darauf, dass Euch beim Zitroneneis kaufen ganz nebenbei eine ganz plietsche Idee kommen könnten. It works! It always does.

Schöne Ferien Euch allen!

 

Wer Lust hat, kann sich während der Ferien auf youtube.com einen meiner Lieblings-Vorträge von Stefan Sagmeister ansehen:

Sagmeister über “The power of time off”. 

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Foto: Ist der Zitronenprint auf den Espadrilles nicht spitzenmäßig? Sie sind von meinem Lieblings-Label für Espadrilles, dem amerikanischen Start-up “Soludos”.

Blah, blah, blah.

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Liebes Tagebuch,

habe heute die perfekte Kette für mich entdeckt. Sie ist aus der Serie “Sweet Nothings” des New Yorker Klamotten- und Schmuck-Labels “In god we trust”. In meinem Fall reicht jetzt auch erstmal so eine “Blah, blah, blah”-Kette, für alle anderen, weitaus – äh – emanzipierteren Sprüche bin ich ultrakonservative Nordfriesin einfach zu brav.

“Kiss me where I pee”, “Eat a dick”, “Fuck my face” und “Balls to the wall”, das sind so Sätze, die muss man mit einer gewissen Selbstironie tragen, die ich schlichtweg nicht besitze. Einen solchen Spruch tragen dann halt einfach die supermutigen New Yorkerinnen über ihre quietschbunten Polyester-Blusen aus der Secondhand-Halle “Beacon´s Closet”. Ich grunddeutsche Spießerin bekomme bei so viel Schlüpfrigkeit allein beim Lesen schon ganz rote Ohren.

Ketten-Sprüche von “In god we trust”, die ich mittlerweile ebenfalls im Auge habe, sind “Boring”, “Nope” und “Really fuckin´cute”. Wobei “really fuckin´cute” auch schon gleich zeigt, wie, ja, “cute” man sich selbst so findet. Käme dann auch gleich schon wieder so eitel. Hei, ei, ei. Ist das kompliziert. Ich bleibe jetzt bei “Blah, blah, blah”. Und damit basta.

Alle “Sweet Nothing”- Ketten auf einen Blick…

Foto: InGodWeTrustNYC

At work

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Ich arbeite heute im Coworking Space “betahaus” am Moritzplatz. Immer gut, mal rauszukommen und seinen “Kiez” hin und wieder mal völlig hinter sich zu lassen. Ich muss nämlich immer ein bißchen vor die Tür geschubst werden (heute früh hat mich die Putzfrau rausgeschickt). Zuhause könnte ich stundenlang an meinem Schreibtisch vor mich hinwurschteln. Es dauert auch immer nicht lang, dann knödele ich meine ungekämmten Haare hoch, koche einen Kaffee nach dem anderen und komme – immer noch im Schlafanzug! – erst recht so richtig in den Schlumpf-Modus. Deshalb heute: hello world!

Heute morgen habe ich mich bereits auf ein Frühstück mit der zauberhaften Anne vom “Tiny Store” getroffen und jetzt also eine Runde Computerarbeit hier im “betahaus”. Junge Menschen unterhalten sich im Café angeregt über Jobs, über ihre Lebensläufe und “upcoming projects”. Klar, es wird auch über Surfbretter und Wellenreiten gesprochen, über coole Fahrräder und Grillwürste für den Park. Man spricht Englisch, Deutsch, Spanisch. Im Hintergrund läuft lässige Folk-Musik, ich habe eine Blockflöte- und ein paar Blechbläser herausgehört. Ja, ist schon richtig, alles so ein bißchen Großstadtklischee. Aber – hey – ich find´s hier gerade echt: urgemütlich. Vor mir steht eine Glasvase mit einem mächtigen Blumenstrauß von “My Bloomy Days”. Das kräftige Orange der Blüten macht mich ganz sprachlos. Und das beste: vor zehn Minuten habe ich hier in Rekordgeschwindigkeit einen spitzenmäßigen  Avocado-Lachs-Bagel verputzt. Das Mädchen mit dunkler Ponyfrisur, das mir den Bagel auf einer hübschen, rot-weiß-karierten Papierserviette über den Tresen geschoben hatte, ist aus Mexiko. Ich war kurz geschockt. Warum es sie denn bitte ausgerechnet von Mexiko nach Berlin verschlagen habe, fragte ich. Und ob es Ihr hier im Winter denn nicht viel zu kalt und grau gewesen sei. Da musste sie lachen. Nein, nein. “I like it here. I really do.” Yeah. Well. Mexiko, Berlin. Berlin, Mexiko. Die Sonne, die bunten Stoffe, die Burritos, Avocados, das Bier, das Meer. Ich glaube, ich müsste da nicht zweimal überlegen.

Happy Wednesday Euch allen.

Foto: Studded Rose on Tumblr