Der Badeanzug

Ich weiß, nett ist es nicht, aber wenn mir eine schwangere Freundin/Arbeitskollegin/Dame in Umstandsklamotte auf einer Party (an der ich mich eigentlich bloß schnell vorbeischieben wollte, um mir ein Bier aus dem Kühlschrank zu schnappen) erzählt, sie hätte sich gerade einen tooootal schönen Badeanzug gekauft, weil man während der Schwangerschaft ja keine Bikinis mehr tragen könne, dann rolle ich innerlich mit den Augen und nicke so verständnisvoll wie nur irgend möglich. Einen Badeanzug? Wie bitte? Meine “Arena”-Badeanzüge habe ich gleich nach dem vierzehnten Geburtstag aussortiert, weil ich fürchtete, ich würde noch bis zum Abitur im Freibad von den Jungs neben die Startblöcke ins “Tiefe” geschubst werden (was mit dem Tragen des Bikinis aufgrund der großflächig freigelegten Haut schlagartig aufhörte und erst ein paar Jahre später wieder losging). Klar, wie man eine so eine Schwangerschaft ohne Bikini überstehen soll, ist mir ein absolutes Rätsel. Vielleicht würde ich in dem betreffenden Jahr dann einfach den Strandurlaub streichen (Horror!). Aber aus dem weisen Afrika kommt ein wunderbares Sprichwort, das ich sehr mag: “You cross the bridge, when you reach it.” Und damit ist das Thema erstmal vertagt.

Diesen Badeanzug habe ich gerade auf dem Blog und Moodboard haw-lin.com entdeckt. Er ist der EINZIGE, der mir wirklich gut gefällt. Und dann aber auch nur innerhalb des “Gesamtoutfits” von Badeanzug, blauer Schweden-Bank und karierter Kuscheldecke.

P.S. Gerade wurde ich von einer aufmerksamen Leserin darauf aufmerksam gemacht, dass dies gar kein Badeanzug ist, sondern Unterwäsche (die im Hallenbad sofort auseinanderfallen würde). Also, ich sag´s ja: Badeanzüge kann man einfach vergessen. Es gibt keine schönen. Und wenn ich gerade denke, ich hätte einen aufgetan, ist es prompt Unterwäsche. Also, liebes Design-Team bei “Arena”, erfindet doch mal einen coolen Badeanzug! Oder macht´s wie alle anderen Labels, die sich schwer tun mit dem demografischen Wandel: stellt einfach einen gut bezahlten Pitch mit fünf coolen Jungdesignern auf die Beine. Et voilá: promt hat man eine schöne PR-Aktion und fünfzig Hammerbadeanzüge für die nächsten drei Kollektionen. (So. Und damit ist´s genug für heute mit dem Badeanzug-Bashing.)

Oysho Fall Camapaign

Unterwäsche aus der Herbstkollektion 2012 von Oysho.

Foto: Oysho