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Finally back! Nach 16 Tagen in Thailand, die mir vorkamen, als seien es 16 Wochen gewesen. So weit weg wars. Und so heiß und sonnig. Viel zu berichten und so viel gesehen. Unmengen exotisches Zeug gefuttert. Thai-Bier getrunken. Grandios schlecht gepennt, weil die Raumtemperatur in den Holzhütten am Strand auch nachts noch so ungefähr 42 Grad betrugt. Sechzehntausend dünnbeinige, tropische Mücken totgeklatscht, die sich schnurstracks auf jede Körperstelle stürzten, die ab 18 Uhr nicht großflächig mit einer hochgiftigen Thai-Version von “Autan” eingesprüht worden war.

Irgendwann die “No night without air-con”-Regel aufgestellt und dann auch endlich wieder durchgeschlafen. Das eine oder andere Tierchen noch an der gut gekühlten Hotelzimmerwand unter der Wucht unserer aktuellen Ausgabe des Lonely-Planets plattgemacht. Und wieder etwas dazugelernt: tropische Moskitos fliegen langsamer und behäbiger als europäische und können gelegentlich sogar mit bloßen Händen erwischt werden.

Wie gut es getan hat, mal wieder unterwegs zu sein. Wie inspirierend es ist, mal ein bißchen an außereuropäischen Flughäfen rumzulungern. Mal wieder auf der Rückbank eines ausländischen Taxis zu sitzen und irgendwelche dubiosen Schleichwege abzufahren. Von einem tropischen Regenguss völlig durchweicht zu werden und dann tagelang keine trockenen Sachen zu haben, weil das Klima einfach zu feucht ist. Und dies auch noch ganz lustig zu finden. Am ATM-Automaten die PIN für die Kreditkarte schon wieder nicht mehr zu erinnern – so wie in jedem Urlaub außerhalb Europas. Etwas “Exotisches” zu bestellen und festzustellen, dass es einem einfach überhaupt nicht schmeckt. Und dann halt einfach noch was anderes zu bestellen. Und zu zweit am Tisch zu sitzen und sich ein bißchen anzugrinsen, weil da jetzt dieser Teller mit dem thailändischen Schweinebauch-Grillspieß steht, den keiner von uns runterbekommt, weil er aus 100% weißglänzender Speckschwarte und nullkommanull Prozent Fleischanteil besteht. Und zu sehen, dass dem Mann die 10 Fettklötzchen von der Größe eines Matchbox-Autos dann doch auch irgendwie Respekt einflößen.

Dass man es unterwegs erst begreift: wie wichtig so eine kleine Auszeit für all diejenigen ist, die etwas entwerfen, entwickeln, gestalten, aufschreiben. Und wie sehr sich das Format der Ideen von denjenigen unterscheidet, die man in den Wochen zuvor im Berliner Restwinter so hatte. Wie viel besser sie sind.

Und zu bemerken, dass einem aus der Ferne betrachtet vieles ganz schön unwichtig vorkommt. Vor allem die Dinge, über die man sich daheim oft viele Gedanken macht.

Und dann mit einem Schnellboot von einer thailändischen Insel zur anderen überzusetzen. Und auf diesem Boot etwas tun, was einem in Deutschland seit Monaten nicht gelungen ist: einfach mal an gar nichts zu denken.

An Deck zu sitzen und aufs Meer rauszuschauen. Mehr nicht. Die Sonne schien. Die Moskitostiche aus der ersten Reisewoche waren beinahe verschwunden. Im Hinterkopf für einen Moment mal kein “Ich will gern…” und “Ich müsste doch…”. Plötzlich mal nichts zu wollen. Nichts zu müssen.

Sich einfach zu freuen, mit an Bord zu sein.

Um uns herum sicher sechzig gut gebräunte Menschen jeglichen Alters. Die Jüngeren in Flipflops, bunten Badeshorts, mit sonnengebleichten Haaren und lässigen Fake-“Ray-Ban´s” aus thailändischen Beach-Shops. Die Älteren mit einer beneidenswerten Gelassenheit (die ich so gern besäße). Und vielleicht auch schon mit der vagen Vorahnung darüber, dass man all das, was man in seinem Leben gern noch gesehen hätte, dann halt auch so langsam mal anschauen fahren sollte.

Und während es nach Sonnencreme und Motoröl roch und der Lärm so ohrenbetäubend war, dass man sich eh nicht miteinander unterhalten konnte, schauten wir zurück auf die Insel, von der wir gerade abgelegt hatten. Und vermissten sie schon, da waren wir noch keine drei Seemeilen unterwegs.

Foto: hellopetersen@instagram