Spending my time

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Ist das Herumsurfen auf Tumblr-Blogs nicht erwiesenermaßen die schlimmste Zeitverschwendung seit der Erfindung des Internets? Denke schon. Seit dem Herbstbeginn bin ich schon wieder völlig druff. Weil´s einfach so viel Spaß macht, irgendwelche Kunst-, Mode- und Quatschfotos anzuschauen. Manchmal frage ich mich nur, warum ich auf diesem Blog immer wieder über meine “verlorene” Zeit auf Tumblr herumjammere? Macht doch nichts. Ich arbeite ja irgendwas mit “Medien”, gehört das Herumgucken im Internet nicht im weiteren Sinne zur “Recherche”? Na, also.

Heute morgen beim Rebloggen meines vierten bis sechsten Tumblr-Bildes hatte ich so eine Art Mini-Erkenntnis: wahrscheinlich regt sich beim Zeitvertrödeln bloß immer nur das schlechte Gewissen der Zwölfjährigen in mir. Früher wurde ich gleich nach “Mord ist ihr Hobby”, “Inspector Columbo” und “Love Boat” mit meinen roten Rollerskates oder dem 6 Kilo schweren “Steffi Graf”-Tennisschläger-Set auf die Straße geschickt, um noch eine Runde frische Luft zu schnappen, bevor ich mich an die hochkomplizierten Mathehausaufgaben setzte, aus denen auch nach dem dritten Rechendurchgang nie eine gerade Zahl herauszubekommen war.

Tagsüber vor der Glotze zu sitzen war also schon damals nicht okay. Kaum mache ich heute mal etwas ähnlich Unproduktives und herrlich Sinnloses (z.B. ein paar Tumblr-Fotos rebloggen), fragt eine innere Stimme, ob ich denn jetzt wirklich nichts wichtigeres zu tun hätte. Genau wie früher die Mama während des Nachmittagsprogramms auf RTL. Dass ich seit einundzwanzig Jahren nicht mehr zwölf bin, interessiert das Unterbewusstsein selbstverständlich null. Ist doch scheiße. Also: weg mit dem inneren Diktator! Neulich wurde im Radio mal wieder über das tolle Punk-Buch “Verschwende Deine Jugend” gesprochen. Ist dieser Buchtitel nicht immer noch SUPER? Auch, wenn man von “Jugend” in meinem Fall vielleicht schon – äh – so langsam nicht mehr sprechen kann?

Der “Verschwende Deine Jugend”-Autor Jürgen Teipel hat gerade “Mehr als laut – DJ´s erzählen” fertiggeschrieben (Suhrkamp, 14,99 Euro). Bestelle ich mir jetzt gleich. Was DJ´s zu erzählen haben, gehört für uns alle nämlich jetzt auch wirklich mal zur Recherche.

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Fotos: alle via Tumblr / French Voguettes (1 +3) / The Gifts of Live / J´adore la superficialité / You are the love of my life