Carrie

T shirt I m such a carry

Heute mal wieder aus der Reihe: T-Shirts, die die Welt nicht braucht.

Ein “I´m such a Carrie”-Shirt hat die mittlerweile etwas in die Jahre gekommene Serie “Sex and the City” doch nun wirklich nicht verdient. Mädels, show a bit respect, pleeease… Sicher, mit zwei völlig daneben gegangenen “Sex and the City”-Filmen hat sich die TV-Show am Ende auch selbst ganz ordentlich ins Off geschossen. Aber T-Shirts wie dieses hier? Muss doch nicht sein.

Die Kult-Serie war damals in den Neunzigern doch auch mal so eine Art Vorläufer eines Mode-Blogs. Erinnert Ihr Euch an “Carries” Outfits? Waren die nicht super? Die Top-Stylistin Patricia Field hat sie damals für die Filmfigur “Carrie Bradshaw” zusammengestellt. Immer schräg. Immer gut. Zum Beispiel: babyrosa Ballett-Tutu plus Flohmarkt-Trash-Krone plus Halskette mit geschwungenem “Carrie”-Schriftzug plus Prada-Handtasche plus eiffelturmhohe Louboutins  (Louboutins waren ja damals noch der ganz heisse Scheiß).

Dies alles hatte sich Patricia Field während einer Zeit ausgedacht, in der man sich Mode noch in der VOGUE ansah. Und nicht im Internet. In den Jahren, BEVOR Scott Schuman auf “The Sartorialist” Streetstyles postete. BEVOR tausende Mode-Blogger überall auf der Welt dann selbst damit begannen. Bevor diese Menschen Fotos von Outfits machten, die ihrem eigenen Modeemfinden entsprachen. Und nicht dem Geschmack einiger weniger Moderedakteure.

Mit den Streetstyles wurde die Mode damals ein wenig demokratischer. Die Fotos im Internet, die junge Menschen in Paris, New York, Tokyo, Mailand und São Paulo auf der Straße in ihren selbst zusammengestylten Looks zeigten, sie haben die Modemacher ganz sicher auch zu einem großen Teil “zurückinspiriert”.

Patricia Field hat diese Bewegung in den Neunzigern mit ihrer Interpretation der Filmfigur “Carrie” ganz gewaltig angeschoben.Welche Serie hat heute denn modisch gesehen noch einen ähnlich wichtigen Einfluss wie “Sex and the City”? Einen positiven, meine ich. Mir fällt da eigentlich nur der oberbrave Bürolook der Fünfziger ein, den uns kürzlich die Werber-Serie “Mad Men” zurückbrachte. Jaja, sahen schon auch okay aus, die schmalen Bleistiftröcke und Schluppenblusen. Aber schrecklich progressiv war das nicht. Und wenn man sich die Filmfigur Peggy Olson (die Texterin aus “Mad Men”) jetzt gedanklich einfach mal ganz kurz neben Carrie Bradshaw aufstellt… für welches Outfit würden wir uns da spontan entscheiden? Genau!

 

Fotos: Left my heart in Paris/Tumblr