Indoor-Training

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Ach, Herbst. Jetzt bist Du also da. Und irgendwie gut, dass Du jetzt da bist. Lange wollte ich nicht, dass Du kommst. Weil ich mir dachte: ist der Herbst erst da, dauert´s auch nicht mehr lang, bis sein blöder, älterer Bruder, der Winter, dazukommt. Warum kann man denn eigentlich NIE so richtig lang allein mit Dir sein? Es dauert doch ohnehin schon immer so ewig, bis ich mich nach einem langen Sommer an Dich gewöhnt habe.

Kaum freue ich mich über einen rascheligen Spaziergang durch gelbrosarotes Herbstlaub, kaum setze ich mich im Sonnenschein noch einmal an ein brandenburgisches Seeufer und erzähle meiner Begleitung, wie gut ich Dich jetzt plötzlich finde. Und die Begleitung nickt. Und findet Dich auch gerade so richtig gut. Und dann werfen wir noch ein paar Kieselsteinchen ins Wasser und fahren in der Abenddämmerung nach Hause (die jetzt eh schon immer viel zu früh beginnt). Kaum sind wir also so einigermaßen in Deinen Groove gekommen, prompt steht auch schon Dein älterer Bruder auf der Matte. Wie immer: unangekündigt. Und will – wie immer – mitmischen. Hat wohl mitbekommen, dass Du jetzt ein paar neue Freunde gefunden hast.

Du, Herbst, kannste den Winter diesmal nicht etwas länger zuhause lassen?

Ich weiß, ich weiß. Ist voll gemein von mir. So völlig daneben ist ja Dein Bruder oft gar nicht. Manchmal finde ich den schon auch okay. Er ist halt nicht so richtig der offene Typ. Eher schroff. Und oft mistig gelaunt, kaum interessiert an anderen…. Aber klar, oft sind diese Menschen die interessanteren. Nicht immer. Kommt aber vor. Manchmal muss man sie halt erstmal so nehmen, wie sie halt sind. So sperrig. Und am Ende kann es überraschend schwer unterhaltsam werden. Weil sie halt schon so einiges gesehen haben vom Leben. Finde ich eigentlich ganz gut, ihre Brüche in der Biografie. Und die hat Dein Bruder, der miesepetrige Winter, schon auch auf ´ne Art.

Und auf der anderen Seite gibt es so viele, die lieben Deinen Bruder ganz innig. Menschen, die wissen, wie man sich im Winter zwölf Stunden lang indoors beschäftigt. Menschen, die wissen, wie man sich bei -15 Grad noch warm und gleichzeitig ultralässig anzieht (keine Ahnung, wie das gehen soll). Menschen, die Wintersport können. Wintersport! Pöh. Ski- und Snowboardfahren, das schaue ich mir lieber im Fernsehen an. Ist mir viel zu kalt und gefährlich. Ich mag lieber Sommersport. Aber in Maßen. Ich schwimme ganz gern. Und fahre viel Rad. Beides nicht besonders schnell, dafür ewig lang. Gerade nehme ich zum ersten Mal in meinem Leben Tennisunterricht. Super ist das! Kann´s kaum erwarten, das allererste Match im kommenden Frühling auf einem Outdoor-Platz zu spielen.

Hey, Du, da kann Dein Bruder dann aber nicht mehr dabeisein. Das musst Du ihm dann sagen. Tennis im Freien – mit ihm? Nee, das passt einfach nicht. Und bis es soweit ist, arbeite ich in der Halle noch an meiner Rückhand. Zeit genug habe ich ja jetzt.

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Lässig und warm: der Herbst-Winter-Sweater “5 Strikes” von Undefeated via Fusshop.co.uk.