Category: Berlin, Berlin

Schatz, wollen wir mal wieder umziehen?

(Willkommen zur ersten Folge von “In The Name Of Love: Die deutsch-irische Beziehung. Die Kolumne erscheint ab sofort in unregelmäßiger Abfolge auf dem PETERSEN-Blog. )

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“In The Name Of Love”. Teil 1.

Schatz, wollen wir mal wieder umziehen? 

Wir wollen eigentlich nicht umziehen, aber manchmal wäre es eben doch ganz schön, noch ein viertes Zimmer zu haben.

„Ich hab`die perfekte Wohnung für uns gefunden“, sagt mein Mann und scrollt stolz durch die zehn Fotos, auf denen ein lichtdurchflutetes Dachgeschoss in Moabit zu sehen ist.

Ich schnappe mir sein Telefon. „Der Altbau kommt mir irgendwie bekannt vor?“ sage ich und zoome so dicht an den Grundriss heran, bis er schon ganz pixelig ist.

Zwei WhatsApps später stellt sich heraus, dass es tatsächlich dasselbe Mietshaus ist, in dem unsere sehr gute Freundin S. vor einer Weile die Wohnung einer Freundin einhütete. Unsere Freundin S. lebt mit ihrer Familie seit ein paar Jahren in Barcelona. Weil ihr Mann beruflich gerade unterwegs war, flog S. mit den beiden Jungs (4 und 6 Jahre) nach Berlin, um uns alle mal wieder zu besuchen.

Ihre Freundin war unterwegs. Deshalb hatte S. die Wohnung in Moabit mit den Kindern auch ganz für sich allein. Die Bude im Dachgeschoss muss echt der absolute Hammer gewesen sein. Bis S. eines nachmittags bei uns in der Küche von den Nachbarn erzählte.

„Tagsüber bin ich mit den Jungs ja eh immer unterwegs. Aber kaum setzen wir abends zu Hause einen Fuß in die Wohnung, klingelt das Paar aus der Wohnung unter uns auch schon an der Tür.”

„Ihr seid zu laut“, hatte die Frau, die in unserem Alter ist, geblafft. Meine Freundin warf einen unauffälligen Blick auf ihr Handgelenk. 20.15 Uhr. Ah ja. Moment! 20.15 Uhr???

Mochte ja sein, dass meine Freundin S. aus Barcelona mittlerweile anderes gewohnt war. Aber war Viertel nach acht in Deutschland denn jetzt das neue 22 Uhr?

Nein, war es nicht, beruhigten wir unsere Freundin schnell. Um Viertel nach acht musste man sich in  Berlin eigentlich für kaum etwas anblaffen lassen. Manch einer kam um diese Zeit doch erst von einer Party nach Hause, auf die er in der Absicht, nur mal kurz mit den Gastgebern anzustoßen, am Vorabend losgezogen war.

Von ihrer Freundin erfuhr S. später, dass die Nachbarin sich die Wohnung mit ihrem Mann zusammen gekauft hatte. Beim Kauf war ihnen leider nicht mitgeteilt worden, dass beim Ausbau der Wohnung über ihnen scheinbar ordentlich an Dämm- und Schallschutz gespart worden war. Jetzt hörten sie also jede einzelne Fruchtfliege, die in der Bude über ihnen vom Mülleimer auf den Holzfußboden plumpste, um dort auf der ungedämmten Diele vollgefressen einen fahren zu lassen.

Ich gebe meinem Mann das Handy zurück. Meine Skepsis steht mir wohl ins Gesicht geschrieben. Jedenfalls grinst er mich frech an und verkündet, dass er sich die Wohnung trotzdem mal ansehen werde.

„Gute Nachrichten!“ ruft er mir abends in Unterhose von der Couch aus über die Wochenend-Zusammenfassung der englischen Premier League hinweg zu. „Es ist nicht die Wohnung direkt über den Horrornachbarn. Sondern nur die daneben. Die Hoschis würden also nur schräg unter uns wohnenMit denen hätten wir gar nichts zu tun, Schatz.“

Dann macht er noch zwei übertrieben laute Knutscher in meine Richtung, was in unserer internen Pärchensprache so viel heißt wie “und auf das Argument, dass mich jetzt noch vom Gegenteil überzeugen soll, bin ich aber echt mal gespannt”. Er greift zur Fernbedienung, um die Glotze wieder lauter zu stellen.

Die Vorstellung, schräg über extrem lärmempfindlichen Leuten zu leben, finde ich zwar irgendwie beunruhigend. Aber das behalte ich lieber für mich. Neben diesem ultraentspannten Mann wirke ich aus irgendwelchen Gründen eh schon ständig, als gehörte ich eher zur “Glas Halbleer”-Fraktion, also zu all den anderen, deutschen Bedenkenträgern, die bei allem, was gerade erst begonnen hatte, Spaß zu machen, vor lauter Schiss sofort den Stecker ziehen.

Zwei Tage später steige ich also vollkommen unvoreingenommen aufs Rad, um mir selbst mal ein Bild von der Bude zu machen.

Die Maklerin, Mitte Fünfzig, dunkelblauer Hosenanzug, passende Pumps, Perlohrringe und blond durchgesträhnte Kurzhaarfrisur, kommt gleich zur Sache. „Die Wohnung ist wirklich ein Traum. 4 Zimmer, 2 Bäder, viel Platz auf der Dachterrasse, 115 Quadratmeter reine Wohnfläche, kleiner Hauswirtschaftsraum, Stauraum ohne Ende… Also, hier stimmt wirklich alles!“, sagt sie und breitet begeistert die Arme aus, so, wie es Angela Merkel in der “tagesschau” immer macht, wenn sie eine Gruppe Weltherrscher begrüßt.

Neugierig sehe ich mich um. Vier Zimmer wären eins mehr als bisher. Wir könnten es echt gut gebrauchen. Im Wohnzimmer ist ein offener Kamin eingebaut, in dem schon ein paar Holzscheite liegen. Im Winter könnt ich hier auf einem Sessel vor dem Feuer sicher stundenlang furchtbar wertvolle Romane lesen. Irgendwas von Henry James zum Beispiel, für den ich unter der Woche einfach nicht nötige Geduld aufbringe. Oder alle diese wundervoll traurigen Kurzgeschichtenbände von Alice Munro. Gedankenverloren trete ich an die bodentiefen Fenster. Auf der kleinen, quadratischen Dachterrasse vor mir sehe ich meinen Mann abends schon eine Handvoll Würstchen auf den Grill werfen.

„Haben die Leute, die hier vorher gewohnt haben, eigentlich irgendwas von den Nachbarn mitbekommen…“ frage ich beiläufig, während die Maklerin mir auf der teakholzgetäfelten Terrasse einen atemberaubenden Ausblick auf den Alexanderplatz und die Siegessäule zeigt.

„Ach, ob die hier ab und zu geklingelt haben? Von dieser Geschichte hat mir ihr Mann vorgestern schon erzählt. Nein, nein…,” winkt die nette Maklerin ab. “Die haben nicht ständig hier geklingelt. Also,… nicht, dass ich wüßte.”, fügt sie aber dann doch noch schnell hinzu. Freundlich zieht sie mich durch das Elternschlafzimmer ins daran angrenzende, kleinere Badezimmer, um mir die beiden “Zwillings-Waschbecken aus Naturstein” vorzuführen.

An den Rändern der beiden Naturstein-Waschbecken hat das Zähneputz- und Händewaschwasser über die Jahre leider schon so leicht milchig-weiße Ränder ins Holz gefräst.

Ich starre auf die häßlichen Wasserränder und überschlage im Hinterkopf direkt, wieviel es uns kosten würde, diese vollkommen unpraktische Waschtisch-Konstruktion eines Tages neu schreinern zu lassen. Ich kenne uns doch: keine zwei Wochen würden wir es durchhalten, das Ding jeden Abend nach dem Zähneputzen mit einer Handvoll Klopapier sofort wieder trockenzuwischen.

„Herzlichen Dank für die Besichtigung”, sage ich wenig später und lasse den Blick noch einmal durch die vollverglaste Wohnzimmerwand auf die Dachterrasse schweifen, auf den hellblauen Himmel über uns und auf die Bäume am Horizont, durch die vorhin die Siegesäule so golden hindurchglitzerte.

Im Treppenhaus stalke ich das Schuhregal des lärmempfindlichen Terrorpaars von unter uns. Zwei Paar Laufschuhe mittlerer Preisklasse, eine unbedruckte, eigentlich ganz okaye Fußmatte, ein blankgeputztes Messingschild mit den Nachnamen der Eigentümer. Bißchen spießig vielleicht. Aber eigentlich sieht der Krempel, der bei denen vor der Tür steht, ganz normal aus.

Beschwingt laufe ich die Treppe vom fünften Stock ins Erdgeschoss hinunter und sage mir, dass ich die Bedenken jetzt einfach mal alle über Bord werfen sollte. War doch eine Hammer-Wohnung!

Unten an den Briefkästen bleibe ich vor der Glasvitrine mit der Post von der Hausverwaltung hängen.

„Um die nachbarschaftliche Gemeinschaft wieder herzustellen, möchten wir darauf hinweisen, dass das Grillen im Sommer auf den Balkonen nicht öfter als 2 Mal im Monat zugelassen ist. Elektrische Grills sind von dieser Regel zwar ausgenommen, aber trotzdem sollte es untereinander Absprachen geben, um eine permanente Geruchsbelästigung der unbeteiligten Nachbarn zu vermeiden.“

Ich lese mir den Aushang einmal durch. Und noch einmal. Und dann raffe ich es endlich. Der Grill-Brief ist sowas wie ein Zeichen! Und das, was sich in mir regt, ist keine Bedenkenträgerei, sondern nur das pure Bauchgefühl. Wir werden hier einfach nicht reinpassen.

Mein Mann, seine Kids und ich, wir LIEBEN grillen. Im Sommer grillen wir nicht zwei Mal im Monat, sondern, wenn es draußen warm genug ist, oft auch zwei Mal am Tag. Gut, ich übertreibe hier jetzt ein bißchen. Aber Fakt ist: immer, wenn Würstchen im unteren Kühlschrankfach liegen, wird auch gegrillt. Ist eine unausgesprochene Familienregel.

Mein Mann legt beim Grillen meistens ein paar Schallplatten auf. Und Zimmerlautstärke kann man das, was da aus den Boxen herauskommt, eigentlich nicht mehr so richtig nennen. Ich glaube also kaum, dass wir die erste Seite der letzten „Daft Punk“-Platte überhaupt schon einmal umgedreht hätten, bevor es bei uns an der Tür Sturm bimmeln würde.

Mit einer Würstchensemmel in der Hand müssten mein Mann oder ich uns im Treppenhaus von den lärmempfindlichen Nachbarn von schräg unter uns oder von den grillempfindlichen Wutbürgern aus all den anderen Etagen zur Schnecke machen lassen. Sicher läge es an den Würstchen. Oder an der Musik. Oder am Ende doch nur daran, dass man so dreist wäre, sein Leben einfach ein bißchen zu genießen. Dass man die Muffen hätte, mal ein winziges bißchen über die Stränge zu schlagen in diesem Leben, dass ja so irre lang am Ende dann auch wieder nicht ist.

Als ich meinem Mann zuhause von dem Grillaushang erzähle, plumpst ihm fast der Topf mit der Béchamelsoße in die halbfertige Lasagne. „Also wenn wir uns eins nicht verbieten lassen, dann ist es ja wohl das Grillen“, sagt er fassungslos und rollt dabei das „R“ in „Grillen“ schon wieder so zauberhaft in seinem irischen Akzent, dass ich ihn ganz schnell an mich drücken muss.

(Foto: hausgemachte Pommes á la casa O’Connor)

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Raumschiffe fliegen lernen

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Foto: hellopetersen auf Instagram

“Warum spielen wir nicht mal wieder etwas zusammen?”, fragten die Kinder am Wochenende und zogen das Star-Wars-Puzzle aus dem Schrank, für das sie im vorigen Jahr noch etwas zu klein waren.

Der jüngere trug das Puzzle in die Küche und setzte sich auf seinen Kinderstuhl. Dann kam der ältere dazu.

Ich stellte ein paar Kekse auf den Tisch und dachte plötzlich an Natalie Portman.

Portman spielt in “Star Wars” die großartige Padmé Amidala. Immer, wenn ihr langweilig ist, braust Padmé mit dem “Millenium Falcon” durch das Weltall. Nie fragte sich Padmé, ob sie es überhaupt schafft, das größte Raumschiff aller Zeiten zu lenken? Oder ob ein Mann das alles vielleicht viel besser könnte?

All diese Fragen stellt sich Padmé, während sie so im “Millenium Falcon” sitzt und dabei zusieht, wie am Fenster gerade in Lichtgeschwindigkeit die Milchstraße an ihr vorbeirast, ganz sicher nicht.

Padmé tut es einfach. Sie zögert nicht lang, sondern wirft sich auf den verschlissenen Pilotensitz, drückt ein paar Knöpfchen und dann hebt der Flieger auch schon ab.

Ich setzte mich zu den Jungs. Die Kinder öffneten den Karton, kippten die Puzzleteile aus und fragten mich, ob ich mit dem Rand beginnen könnte. Klar konnte ich das!

Während wir Kekse aßen und lospuzzlten, dachte ich an Padmé. Wenn ich mir in Zukunft ein bißchen was von ihrer Attitude abschaute, dachte ich, dann sähen meine Tage vielleicht schon bald ganz anders aus.

September

PETERSEN Sweatshirt OUI mailing

Drei Filme, drei Gadgets und eine Serie für den September:

1. Der Film “Party auf dem Todesstreifen”
…von Felix Denk und Sven von Thülen. Er ist im Juli auf arte ausgestrahlt worden. Ein Beitrag über die Wende und die ersten Jahre der Berliner Techno-Szene. Schnell gucken! Wer weiß, wie lange er noch über Vimeo online ist…

(P.S. Das Buch, das dem Film vorausgegangen ist: “Der Klang der Familie” von Felix Denk und Sven von Thülen. Erschienen im Suhrkamp Verlag.)

2. Dieser Schal,
…um den ich heute im ACNE Store bei uns in der Weinmeisterstraße herumgeschlichen bin. Aber, ganz ehrlich: WIEVIELE Schals muss ich eigentlich noch kaufen, bis ich endlich einsehen werden, dass ich schalmäßig bis an mein Lebensende bestens versorgt bin. Trotzdem: morgen gehe ich nochmal hin. Will ihn ja nur kurz nochmal angucken…

3. ..und noch ein Film: “Let it rock”!
Das  “Interview”-Magazin stellte ihn vor ein paar Tagen online. Unterzeile: “So wild ging es vor 10 Jahren in Mitte zu”. Wem´s hier jetzt zu Berlin-lastig wird, der geht sofort zum nächsten Punkt über. Ein Tipp für alle anderen: ebenfalls besser jetzt als später mal reinschauen. Könnte auch hier sehr gut sein, dass er schnell auf Nimmerwiedersehen aus dem Netz verschwindet. Ich selbst habe ihn auch noch nicht gesehen. Heute abend vielleicht?

4. Welcome back, Miss Prime Minister!
Gestern habe ich mir endlich die dritte Staffel der dänischen Serie “Borgen” bestellt. Wer die ersten zwei Staffeln noch nicht kennt, kann hier mal kurz in das fiktive Leben der dänischen Premierministerin Brigitte Nyborg reinluschern…  Schön nordisch streng und politisch-strategisch. Ich mag das ja! Wir waren im vorigen Winter völlig süchtig. Gibt aber auch Freunde, die überhaupt nicht reingekommen sind. Alles zu dunkel, Plot zu lahm. Ich würde sagen: einfach mal zwei Folgen anschmeißen und unbedingt auf Dänisch mit englischen Untertiteln gucken. So viel besser als in der deutschen Synchronisation. Und die Ministerin ist einem auch gleich tausendmal sympathischer!

5. Fragt mich nicht warum, aber gerade bin ich scharf auf diese Sneakers. Die sind in meiner Größe selbstverständlich ausverkauft. Wäääh. Da muss ich wohl nochmal warten.

6. Diese Woche auf itunes geguckt: den Martin Scorcese-Film  “The Wolf of Wallstreet”. Spektakulär unterhaltsam! Und ein “Schnee” wie zuletzt in “Fear and Loathing in Las Vegas” (wenn ich es richtig erinnere). In der Hauptrolle: Leo di Caprio auf Pille und Koks im Gold- äh Geldrausch. Muss man in 2 Sessions gucken. Der Film läuft ganze 3 Stunden – und es wird einem keine einzige Line Koks auf Po-Ritze in Nahaufnahme erspart. Zwischendrin sind wir  kurz runtergegangen und haben in der Straße mal eben was zu Abend gegessen, so ewig lief die Sause.

7. Und zu guter Letzt: endlich sind sie da! Der neue “Oui”-Sweater. Weil ich einfach viel öfters “oui” sagen will!  ♡
Und der neue Forever”-Sweater. Und jetzt ALLE…: “Bee-cause: when the sun shines, we´ll shine together. Told you I´d be here forever…”

 

At work

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Ich arbeite heute im Coworking Space “betahaus” am Moritzplatz. Immer gut, mal rauszukommen und seinen “Kiez” hin und wieder mal völlig hinter sich zu lassen. Ich muss nämlich immer ein bißchen vor die Tür geschubst werden (heute früh hat mich die Putzfrau rausgeschickt). Zuhause könnte ich stundenlang an meinem Schreibtisch vor mich hinwurschteln. Es dauert auch immer nicht lang, dann knödele ich meine ungekämmten Haare hoch, koche einen Kaffee nach dem anderen und komme – immer noch im Schlafanzug! – erst recht so richtig in den Schlumpf-Modus. Deshalb heute: hello world!

Heute morgen habe ich mich bereits auf ein Frühstück mit der zauberhaften Anne vom “Tiny Store” getroffen und jetzt also eine Runde Computerarbeit hier im “betahaus”. Junge Menschen unterhalten sich im Café angeregt über Jobs, über ihre Lebensläufe und “upcoming projects”. Klar, es wird auch über Surfbretter und Wellenreiten gesprochen, über coole Fahrräder und Grillwürste für den Park. Man spricht Englisch, Deutsch, Spanisch. Im Hintergrund läuft lässige Folk-Musik, ich habe eine Blockflöte- und ein paar Blechbläser herausgehört. Ja, ist schon richtig, alles so ein bißchen Großstadtklischee. Aber – hey – ich find´s hier gerade echt: urgemütlich. Vor mir steht eine Glasvase mit einem mächtigen Blumenstrauß von “My Bloomy Days”. Das kräftige Orange der Blüten macht mich ganz sprachlos. Und das beste: vor zehn Minuten habe ich hier in Rekordgeschwindigkeit einen spitzenmäßigen  Avocado-Lachs-Bagel verputzt. Das Mädchen mit dunkler Ponyfrisur, das mir den Bagel auf einer hübschen, rot-weiß-karierten Papierserviette über den Tresen geschoben hatte, ist aus Mexiko. Ich war kurz geschockt. Warum es sie denn bitte ausgerechnet von Mexiko nach Berlin verschlagen habe, fragte ich. Und ob es Ihr hier im Winter denn nicht viel zu kalt und grau gewesen sei. Da musste sie lachen. Nein, nein. “I like it here. I really do.” Yeah. Well. Mexiko, Berlin. Berlin, Mexiko. Die Sonne, die bunten Stoffe, die Burritos, Avocados, das Bier, das Meer. Ich glaube, ich müsste da nicht zweimal überlegen.

Happy Wednesday Euch allen.

Foto: Studded Rose on Tumblr

Hello April!

NEW York Fashionweek fw 2014, nyfw, day 5

Ihr habt ja recht. Hier auf meinem Blog ging es auch schon einmal lustiger zu. Mir ist das Schreiben gerade ein bißchen vergangen. Zum einen gibt es wegen ein paar Promifotos und ihrer Bildrechte allgemein gerade ganz furchtbar auf die Mütze. Ein finanzielles Desaster für alle betroffenen Blogger!

Und zum anderen erfuhr ich diese Woche von einer aufmerksamen Leserin, dass eine gewisse Lisa meine Texte und Bilder aus diesem Blog herauskopiert und bei sich auf Ihren “Instagram”-Account einlaufen lässt.

Als ich davon hörte, war ich ziemlich sprachlos. Muss man sich mal vorstellen: ein mir völlig fremdes Mädchen benutzt meine Texte für ihren Instagram-Account. Ob sie auch einen “Blog” schreibt, weiß ich noch nicht so genau.

Dies geht jetzt also kurz mal an Dich, liebe Lisa:

Wenn Dir etwas supergut gefällt, kannst Du daraus auch immer gern zitieren. Gar kein Problem. Mache ich doch auch oft, wenn ich irgendwo etwas schönes gelesen habe. Wäre halt nur einfach ziemlich gut, wenn Du immer dazuschreibst, dass Du jemanden zitierst. Da reicht ein Satz wie dieser schon vollkommen aus: “Schaut mal, ist das nicht schön, habe ich neulich bei “Mickey” auf dem Blog “ilovemickeymouse.com” gelesen.” Wenn Du dann auch noch verlinkst: perfekt! (Kann man auf Instagram leider nicht, ich weiß. Aber dazuschreiben, von wem Du etwas zitierst, das kannst Du total easy auch auf Instagram).

Kopiere bitte nichts mehr aus meinem Blog oder meinem Instagram-Account. Ich schreibe hier manchmal auch über persönliche Dinge. Über meine Schul- und Unizeit, über mein Berliner Zuhause, über die Menschen, mit denen ich zusammenlebe. Und ich finde es ehrlich gesagt ganz schön “spooky”, wenn jemand sich hier aus diesem Blog etwas herauskopiert und es für sein eigenes Leben ausgibt.

Nach Deinem Kopiervorfall überlege ich mir deshalb gerade lieber zweimal, bevor ich hier etwas poste. Vorige Woche erst ist mein kurzer Blogpost über die gestreifte “Zara”-Shorts nämlich eins zu eins zu Dir rübergewandert. Ja, sag mal? Muss das denn sein?

Wenn ich etwas gelernt habe von Alexa, Marlene, Okka, Sandra, Steffi, Jessie, Hanna, Kika, Lotte und allen anderen Bloggerinnen, die ich mittlerweile kenne,  dann ist es vor allem eine von Grund auf sehr herzliche und völlig offene Haltung gegenüber andere Blogs und ihre Blogger. Wir stehlen nichts voneinander. Wir freuen uns einfach, wenn wir etwas von jemandem lesen, was uns mitten ins Herz trifft. Und wenn wir mögen und es gerade passt, dann teilen wir den Blogpost des anderen auch auf unserem Blog. Das nennt man dann “sharen” und “verlinken”.

Du bist nicht völlig unerfahren im Netz unterwegs, liebe Lisa, und hast inwzwischen auch bereits über 480 Instagram-Follower. Ich frage mich, ob Du es völlig okay findest, Deine Insta-Fans und Follower mit den Texten anderer Leute zu täuschen. Das ist doch total “oll”. Deine Follower folgen Deinem Profil, weil sie Dich super finden. Und würden es sicher nicht tun, wenn sie wüssten, dass Du bei anderen Bloggern Deine Bilder und Texte zusammenklaust. Weißt Du, Deinen Text- und Bilder-Diebstahl könnte man über Instagram auch ganz schön schnell öffentlich machen. Und wie das Deine Follower finden würden, das kannst Du Dir ja denken.

Also, Lisa. Folgende Idee: schreib doch einfach mal Deine eigenen Gedanken und Erlebnisse auf. Und mach selbst ein paar Fotos. Das machst Du ganz bestimmt viel besser als ich. Und das beste daran: es wäre dann Dein eigenes Leben. Ist das nicht viel, viel aufregender? Auch für Deine Instagram-Follower?

Schau mal, im Sommer werde ich “schon” 34 Jahre alt. Ich vermute, dass Du mindestens 15 bis 20 Jahre jünger bist. Verglichen mit Dir beneidenswert jungem Ding bin ich doch eine total alte Socke! Ich gehe dauernd früh ins Bett, um meinen Schönheitsschlaf zu halten, bin abends nach 2 Gläsern Wein oft schon völlig abgefüllt und lehne auf Parties ab 11 Uhr bereits gähnend am Kühlschrank.

Ich bin mir sicher, Du erlebst so unglaublich viel aufregendere Dinge, als ich es tue! Schreib doch in Zukunft einfach mal aus Deinem eigenen Alltag. Das kannst Du. Hundertpro! Also los. Auf geht´s! Ich wünsche Dir ganz viel Glück dabei.

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Foto: von meiner Freundin Sandra Semburg. Schaut mal auf Ihren Streetstyle-Blog “A love is blind”. Der ist toll!

These days…

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Unglaublich. In zwei Tagen ist der März schon wieder rum. Ging das nicht schnell?

Ich freue mich auf den April. Auf das Kaffeetrinken draußen auf der Straße, vielleicht dann auch schon wieder nur im Sweatshirt und ganz ohne die dicke Winterjacke.

Ich freue mich auf Ostern in Irland. Auf unseren kleinen Familienausflug zur irischen Verwandschaft. Ich freue mich auf “Irish Scones”, von denen ich Woche für Woche bei uns zuhause am Frühstückstisch höre, dass sie so ganz anders sein sollen, als es die englischen und amerikanischen sind. Aus lauter Mangel an frischen Zutaten haben die Iren das Rezept vor vielen Jahren nämlich so sehr vereinfachen müssen, dass am Ende ein ganz unprätentiöser Scone dabei herausgekommen ist. Einer, den jeder Backen kann. Auch das ärmste Kirchenmäuslein. Diesen Armeleute-Scone will ich vor Ort natürlich unbedingt probieren. Hab´ doch schon so viel von ihm gehört.

Heimlich träume ich im Moment auch von einem “Aran Islands”-Strickpulli, den ich mir aus Irland mitbringen möchte. Ich kann zwar nicht so ganz einschätzen, wann genau während all unserem Familientrubel über die Feiertage noch die Zeit dafür sein wird, in Dublin und Rosslare nach dem perfekten Seemanns-Pullover zu suchen. But I will try. Vielleicht passts ja in einer glücklichen Minute gerade mal.

Überhaupt: ich freue mich auch schon sehr auf das Reisen im Frühling. Eine Freundin lud mich neulich zu sich nach Barcelona ein. Eine andere nach Köln. Beide will ich gern besuchen. Ach, Berlin, ich find´ Dich so super! Und jetzt hat ja auch Dein Frühling gerade begonnen. Deine Kirschbäume blühen schon wieder, ganz frisch und pudrig zartrosa. Fernbleiben werde ich Dir im April also eh nicht lang. Ist fest versprochen.

Happy friday Euch allen…

Foto: Death by Elocution on Tumblr

 

Haare knödeln

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Ich glaub´, dieser Sommer wird ein absoluter Blusensommer für mich. Oben rechts, die schöne, weiße Sommerbluse, die möglicherweise auch ein ganzes Kleid ist… die gefällt mir sehr. Und links: Bluse mit einem Shirt oder einen Unterhemd drunter… finde ich auch spitze. Dazu Haare auf dem Kopf schön locker zusammenknödeln. Und fertig.

Ich schaffe es leider N-I-E, meine “Knödel” so locker hinzubekommen. Bei mir sieht´s immer mehr nach oberbravem Dutt und weniger nach lässig-frisseligem Strand-Knödel aus. Dies mag ganz sicher auch an einem Haaröl-Spray liegen, das ich nach dem Duschen immer auf die Haare draufsprühe, um sie vor der viertelstündigen Föhntortur zu schützen. Ich könnte sie selbstverständlich auch ohne Spray ganz einfach an der Luft trocknen lassen, müsste mich dann aber nach dem Duschen vier Stunden lang mit einem kleinen Handtuch auf den Schultern in der Wohnung aufhalten. Dies ist schon allein deshalb nicht realistisch, weil man ja möglicherweise auch mal irgendwann das Haus verlassen muss, um z.B. so etwas banales zu tun, wie in die Arbeit zu gehen.

Halten wir fest: ein Handtuch auf den Schultern schaut einfach extrem gräßlich aus. Mein Freund guckt schon immer ganz gequält, wenn ich mich (ganz selten) in diesem Aufzug an den Frühstückstisch setze.

In einem stillen Moment dachte ich mir neulich, dass es auch mal eine Zeit in unserer Beziehung gab, in der ich mich NIEMALS so an den Frühstückstisch gesetzt hätte. Mit einem halbdurchweichtem Handtuch auf den Schultern. Ob man unter dem Frottee-Ding eigentlich ganz tiptop angezogen ist, sieht man eh nicht. Ist also völlig wurscht. Seit einiger Zeit reiße ich mich deshalb auch wieder mehr zusammen. Früher wollte ich nämlich möglichst schön und lässig und irgendwie auch sehr “bohemien” sein für den Mann, mit dem ich frühstücke. Und heute? Aufgequollenes, ungeschminktes Gesicht, nasse Haare und Handtuch auf den Schultern. Hello? Also, wenn man möglichst schnell wieder Single werden will: einfacher geht´s nicht.

Klar, am Wochenende frühstücken wir zwei zwar fast immer ungeduscht, null gestylt und völlig verkatert im Pyjama. Is´ doch Wochenende. Aber ein Handtuch auf den Schultern hat auch in diesem Fall nichts am Frühstückstisch zu suchen.

Happy weekend!

Foto: Forte