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Schwachsinnige Streitereien

Immer, wenn ich für ein paar Tage allein zuhause bin, lasse ich mich so richtig gehen. Ich wasche meine Haare nicht mehr. Ich stelle meinen Wecker nicht mehr. Und ich schlafe so lange aus, bis man das, was ich mir im Stehen an der Arbeitsfläche in der Küche reinschiebe, schon nicht mal mehr Frühstück nennen kann. Und weil es ja keiner mitbekommt, esse ich morgens, mittags und abends abwechselnd Butterbrote mit Käse oder Butterbrote mit Marmelade oder Butterbrote mit Käse UND Marmelade. Herrlich.

Das Allerbeste am Alleinsein ist: endlich quatscht einem keiner mehr in das Netflix-Programm. Im Ernst jetzt! So schön das Zusammenwohnen als Paar die allermeiste Zeit ist, die Tatsache, dass wir uns bis in alle Ewigkeit darüber abstimmen müssen, welche Filme wir abends streamen, kann auch mal ein echter Downer sein. Im besten Fall endet es damit, dass ich mich von meinem Mann stundenlang in irgendwelche Serien reinquatschen lasse, die ich zwar ursprünglich nie hatte sehen wollte, hinterher aber noch viel süchtiger bin, als er selbst.

Einige verbringen ja aus genau diesem Grund den ganzen Abend in getrennten Zimmern. Dauerhaft. Sie im Wohnzimmer vor der Glotze und er im Arbeitszimmer vor der Glotze. Diese Abmachung klingt im ersten Moment total super. Eingeführt haben wir sie aber trotzdem noch nicht.

Vor ihm würde ich es niemals zugeben, aber ich habe einfach zu viel Schiss, dass all diese Abende vor getrennten Fernsehern mir eines Tages, wenn mein Mann mit einer 21-jährigen Projektmanagerin mit “Brazilian Landing Strip”, champagnerfarbenem iPhone und dem IQ von einer Schreibe Toastbrot durchbrennen sollte, noch einmal ganz schlimm vorgeworfen werden könnten.

Das kennt man ja aus der Paartherapie: bei den meisten Dingen, die man sich hinterher auf quietschgrünen Sesseln im Beisein der Therapeutin vorwirft, wußte man eigentlich vorher, also während man sie tat, dass sie jetzt nicht so unbedingt der Bringer für die Beziehung sind.

Weil mein Mann (die allermeiste Zeit) ein sehr netter und humorvoller Mensch ist, empfahl er mir vor einigen Monaten sonntags beim Frühstück ein richtig spannendes Interview mit Cecelia Ahern auf dem Podcast “An Irish Man Abroad”. Und weil ich mir nach unserer Hochzeit im letzten Sommer vorgenommen habe, (die allermeiste Zeit) eine sehr nette und humorvolle Ehefrau zu sein, höre ich mir das, was mein Mann empfiehlt, mit etwa viermonatiger Verspätung auch hin und wieder mal an.

Cecelia Ahern spricht in diesem Interview mit Jarlath Regan über die Zeit während ihres Studiums, in der sie an Panikattacken erkrankte und ihre Dubliner Wohnung nicht mehr verlassen konnte. Wochenlang schloß sie sich zuhause ein. Und weil sie einfach etwas dagegen tun musste, um in ihrer kleinen Wohnung nicht verrückt zu werden, schrieb sie in nur drei Monaten ihr erstes Buch “P.S. I Love you”.

Das Interview mit Cecelia Ahern hat mich so fasziniert, dass ich gestern Abend beschloß, mir den Film “P.S. I Love You” anzusehen. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich den Hauptfiguren ihre Geschichte abnehmen oder nach einer Viertelstunde mit einer angebrochenen Tüte Chips im Gesicht auf der Couch einpennen würde.Und dann kam es vollkommen anders.

Ab Filmminute 2 habe ich nur noch durchgeheult. Der Film zeigt, wie es ist, wenn einem der Ehemann viel zu früh wegstirbt (Gerry ist in diesem Film gerade mal Anfang Dreißig). Schlimm genug, dass Gerry nun also direkt nach den ersten Filmminuten schon wieder aussteigt. Hinterher trifft ab jetzt auch noch jeden Monat ein unfaßbar schöner Brief von ihm ein. Diese Briefe, die er seiner Frau heimlich vom Krankenbett aus schrieb, bevor er verstarb, sollen ihr Monat für Monat über seinen Tod hinweghelfen.

Als der Film zuende war, schmiss ich etwa hundertvierzig vollgeschneuzten Tempotaschentücher in den Müll und wäre im Bad beim Lichtmachen beinahe selbst abgekratzt, so sehr erschrak ich darüber, wie krass “Anton-der-kleine-Vampir”-mäßig meine Wimperntusche beim Heulen im Gesicht verschmiert war.

Beim Abschminken berappelte ich mich wieder. Ich war plötzlich froh darüber, dass ich noch lebte. Und dann war ich froh darüber, dass mein Mann noch lebt. Und dann war ich plötzlich gar nicht mehr froh, weil mir in diesem Augenblick einfiel, dass ich ihn wegen so vieler Kleinigkeiten oft ganz schön anzoffe.

Auf dem Weg ins Schlafzimmer schickte ich ihm ganz viele Herzchen und Emojis und bekam auch sofort ein paar von ihm zurück. Und dann schickte er mir Fotos aus der Kneipe (auf denen ein paar Gläser Guiness und dahinter verschwommen sein Bruder, ein guter Freund, der Barmann und keine einzige gewaxte Projektmanagerin zu sehen waren).

Ich schwor mir, mich nie mehr mit ihm über so unsinnige Dinge wie das Fernseh-Programm zu streiten. Als ich im Bett lag und die rechte Seite neben mir leer blieb, weil mein Mann gerade in einem ganz anderen Land in der Kneipe saß, da ahnte ich, dass wir die schwachsinnigen Streitereien untereinander irgendwann einmal vielleicht ganz schrecklich bereuen könnten. Mindestens so sehr, dachte ich, wie Holly sie in “P.S. I Love You” bereute. Und dann knipste ich das Licht aus.

Foto: Warner Bros. Pictures, Momentum Pictures

Brides to be

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In diesem Frühling denke ich an die “brides to be”. An alle, die in diesem Jahr heiraten werden. Ich weiß, es klingt pathetisch, aber ich schreibe es jetzt trotzdem: Leute, wenn es Liebe ist, dann tut es! Weil heiraten so schön ist. Weil es hinterher so irre schön ist, verheiratet zu sein. Und weil man nach der Hochzeit sogar noch ein winziges bißchen mehr ineinander verliebt ist, als man es vorher war. Das nahm ich all denen, die es mir vor meiner Hochzeit erzählten, nicht so richtig ab.

Was soll denn so ein offizieller Termin an unserer Liebe ändern, fragte ich mich. Und dann stimmte es wirklich! Dann änderte dieser Termin tatsächlich ein bißchen was an unserer Liebe. Sie fühlt sich noch ein wenig verbindlicher an. Und zwar auf eine gute Art verbindlich.

Selten kommt es vor, dass ich nachts wach liege und ins Dunkle starre, weil die Liebe meines Lebens sich unglücklich auf die Seite legte, bevor sie einschlief und mir nun alle 3,5 Sekunden leise ins Ohr schnauft, während ich einfach nicht abschalte und einschlafe und etwas tue, was ich nachts vom Bett aus eh nicht ändern kann, also so etwas wie an all die E-Mails denken, die ich an diesem Tag nicht mehr beantwortet habe.

In diesen Momenten, in denen ich so völlig grundlos vor mich hinstresse, liege ich neben ihm und summe “Land unter” von Herbert Grönemeyer. Ich summe ganz leise ins Dunkle hinein und kann Grönemeyer’s Stimme beim Summen fast hören. Die Stimme eines Sängers, der die Zeile “Hab keine Angst vorm Untergehn” so warmherzig und ergreifend singen kann, dass mein rasendes Herz gleich etwas ruhiger schlägt. In einem Takt, der sich total richtig anfühlt. In einem Bett mit einem Mann, der jetzt “mein” Mann ist. Und der sich auch total richtig anfühlt.

Und dann fürchte ich mich vor nichts mehr. Weil es ja auch gar nichts bringt, sich davor zu fürchten, dass wir den Kampf gegen das E-Mail-Postfach eines Tages verlieren werden. Oder, dass glückliche Tage irgendwann enden könnten.

Dann denke ich an Grönemeyer’s bezaubernde Zeilen.

“Der Wind steht schief
Die Luft aus Eis
Die Möwen kreischen stur
Elemente duellieren sich
Du hältst mich auf Kurs
Hab keine Angst vor’m Untergehn
Gischt schlägt ins Gesicht
Kämpf mich durch zum Horizont
Denn dort treff ich dich.”

Hach, Gänsehaut, wenn ich nur an dieses Lied denke. Am schönsten ist es in der “Live”-Version. Schaut mal, hier gibt’s ein Video…

Also, liebe “Brides to be”. Wenn ich nicht schon verheiratet wäre, dann wäre das wunderschöne “Daisy Cape Dress” aus der “Sans Souci”-Kollektion etwas für mich:

 

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Ist Euch zu geblümt? Wie wäre es denn dann mit diesem hier?

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Es heißt “Callas”.  (Und sagt das nicht schon alles, was man über ein Kleid wissen muss?!) Ist es nicht wunderschön?

Das Hochzeitskleid, das ich im vorigen Sommer trug, verdanke ich übrigens meiner großartigen und stets top informierten Freundin Alexa. Sie schickte mich im Februar letzten Jahres auf einen “Kaviar Gauche”-Sale in die Luckenwalder Straße und sparte mir mit diesem Tipp eine unfassbare Stange Geld, die ich sofort in ein paar Glitzer-Pumps für die Hochzeit steckte. Danke, liebe Lexi! Danke, danke, danke.

Und jetzt höre ich mich noch ein bißchen durch die alten Grönemeyer-Platten.

Habt einen glitzernden Februar!
(Und denkt nachts nicht an Eure E-Mails. Werde ich auch nicht mehr so viel tun, versprochen.)

Fotos: Kaviar Gauche

Musikerfreunde

Ed Sheeran Taylor Swift performing I see fire

Erinnert Ihr Euch an die PETERSEN-Spotify-Hitlist “You were always on my mind”? Während der Recherche für die Playlist stieß ich ganz unerwartet auf den jungen, englischen Folksänger Ed Sheeran. Und war sofort verliebt in das Schreib- und Sing-Talent mit dem zauseligen Vogelnest auf dem Kopf.

Der Musiker arbeitete schon jahrelang sehr fleissig an seiner Karriere und ist längst (und völlig verdient) bei einem Major Label untergekommen. Dies entging auch der US-Countrysängerin Taylor Swift (“We are never ever getting back together”) nicht. Kaum hatte sie mitgeschitten, dass in England ein junger Songwriter von sich reden machte, ließ Taylor ihn zu sich in die Staaten einfliegen.

Wie lautet noch die uralte Business-Regel? Kannst Du Deinen Feind nicht besiegen, tu Dich lieber schnell mit ihm zusammen. Gesagt, getan: Ed und Taylor schrieben für Taylors Platte “Red” gemeinsam das Duett  “Everything has changed”. Und seither tauchte Ed auch immer mal wieder als Überraschungsgast auf Taylor Swifts Konzerten auf – und Ed auf Taylors! Und wer sich gleich das Video anschaut, wird bestätigen: irgendwas liegt doch zwischen den beiden schwer in der Luft. Nicht, dass sie jetzt offiziell zusammen wären. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass Ed und Taylor abends nach ihren Konzerten öfters noch ETWAS länger an der Hotelbar herumhocken, sich nerdmäßig über Gitarren-Plugs unterhalten und dabei flaschenweise “Corona” wegpicheln. Huhu, Ihr zwei, Ihr macht es ja SO richtig. Wann im Leben hat man denn bitte jemals wieder die Zeit, bis morgens um halb neun strunzbesoffen an der Hotelbar herumzuflachsen?

Dieses zauberhafte youtube-Video zeigt Taylor und Ed auf einem kurzen gemeinsamen Auftritt in Berlin im vorigen Jahr. Ed und Taylor singen auf Taylors Konzert zusammen “I see fire”. Schaut mal rein, ist es nicht hübsch…?

Und wer es bislang nicht wusste: Ed Sheeran schrieb “I see fire” exklusiv für den zweiten Teil der “Hobbit”-Triologie “Desolation of Smaug”. Nicht, dass ich ein solch großer Hobbit-Fan wäre. Aber es interessierte mich dann doch, wie Ed zu der Ehre gekommen war, ein Lied für den “Herr der Ringe”-Regisseur Peter Jackson schreiben zu dürfen. Ich warf “Wikipedia” an und dort stand es: Peter Jackson´s Tochter, Neuseeländerin, Teenagerin und ganz offensichtlich Musikfan, hatte im vorigen Jahr ein Ed Sheeran-Konzert besucht (der junge Musiker tourte damals gerade durch Down Under). Kaum dröhnte die neue Platte in Endlosschleife durch die Jackson-Hütte, kam auch der Vater (und Regisseur) um den Ed-Sheeran-Hype nicht mehr herum. Und weil es gerade gut passte, ließ er dem Musiker ausrichten, dass er für seinen zweiten “Hobbit” ziemlich pronto noch einen Song für den Abspann benötige.

Songwriter Sheeran rückte an und schrieb, was das Zeug hielt. In “I see fire” werden die letzten Momente einer kleinen Stadt am Seeufer besungen. Jahrelang hatte man dort – unter einem widerlich fetten Herrscher zwar-, aber dennoch ruhig vor sich hingelebt, bis eine Schar Hobbits den bösen Feuerdrachen Smaug aus seinem Schlaf weckte.

Das böse Viech Smaug hatte mehrere Jahrzehnte lang in einer Berghöhle auf einem Goldschatz geschlafen. Und war nun just in diesem speziellen Moment geweckt worden, in dem man den vermutlich wertvollsten Edelstein aus seinem Schatz stehlen wollte. Der Drache, man ahnt es, ist außer sich vor Wut. Dass Feuerdrachen direkt nach dem Aufwachen sehr leicht mit dem falschen Fuss aus ihrem Goldschatz steigen, hätte man sich vermutlich denken können. Es folgen dramatische Szenen, die ich im Kino unter meiner dicken Winterjacke vor lauter Gegrusel lieber mithörte.

Wer mag, kann sich das Lied in der Originalversion hier noch einmal ansehen. Ed Sheeran spielt, frisch ins neuseeländische Musikstudio eingeflogen, “I see fire” ein und wird in der dritten Videominute ganz kurz von Peter Jacksons Teenie-Tochter mit dem iphone gefilmt.

Und Ihr? Welche Live-Auftritte schaut Ihr Euch gerade auf youtube an?

 

Zitronensommer!

 

Soludos 2

Soludos

Fragt mich nicht, wo die Zeit geblieben ist. Gerade war doch erst noch Ostern. Und – schwuppsdiwupps – ist schon wieder Hochsommer…

Wißt Ihr, worüber ich mich diese Woche so unglaublich freue? Über meinen Urlaub. Hurraaaa…

Ich bin nach Spanien gedüst. Die nächsten drei Wochen verbringe ich mit meiner Familie am Platja de Muro (auf Mallorca). Lesen, dösen, schwimmen. Ab und zu mal eine Wasserschlacht. Ich war wirklich lange nicht mehr am Strand. Hatte völlig vergessen, wie schön es ist, einfach mal völlig Stulle eine halbe Ewigkeit aufs offene Meer zu starren. Soooo super!

Wer viel arbeitet, kennt das Gefühl: nichts zu tun, das fühlt sich anfangs so an, als würde man etwas völlig verbotenes tun. Etwas, was eigentlich nicht okay ist.

Wer sein Tempo verlangsamt und  “nachlässt”, könnte am Ende nämlich womöglich noch völlig abschlaffen. Drei Wochen lang herumzuschlumpfen?  Das mochte ich vor meiner Abreise öffentlich gar nicht so richtig zugeben. Es ist auch nicht einfach, drei Wochen des Nichtstuns völlig konsequent durchzuhalten. Ständig möchte man von seinem Strandlaken aufspringen, etwas besichtigen, besorgen, etwas schlaues lesen, ein paar Emails schreiben oder etwas in Gang bringen. Wie schön ist es, wenn dieses rastlose Gefühl nach ein paar Tagen ein wenig nachlässt. Man muss nur stoisch dranbleiben. Am Nichtstun. Kommt einem nach all der Ackerei VOR dem Urlaub selbstverständlich noch einmal besonders absurd vor.

Wie muss das Nichtstun erst nach drei Monaten sein? Oder gar nach sechs? Der Designer Richard Sagmeister hat sich alle sieben Jahre eine Arbeitsauszeit verordnet. Er lebt und arbeitet in New York und verbringt nach sieben Jahren jeweils 12 Monate in einem völlig fremden Land. Für seine vorige Auszeit zog er nach Bali. Die Auszeiten haben dem Renomée seines Designbüros daheim in New York (und auch seinem wirtschaftlichen Erfolg) ziemlich gut getan.

Wer einfach mal wegkommt vom MACHEN, hat nämlich irre viel Zeit zum DENKEN. Klingt platt. Ist aber so. Endlich gelingt es einem, fernab des täglichen Klein-Kleins auch mal größer zu denken. Und zwar: VIEL größer. Und freier.

Der Designer Stefan Sagmeister nutzte die Auszeiten zu einer geistigen Entrümpelung, auf die ich fast ein wenig neidisch bin (wäre ich doch jemals nur halb so konsequent). Alle Jobs und Auftraggeber, die ihm aus der Distanz völlig bekloppt vorkamen, warf er über Bord. Alles, was keinen Spaß machte oder geschäftlich hinrissig war, sagte er ab. Klingt und liest sich total logisch. In den Alltag übertragen lässt sich dieser Mut trotzdem nicht so leicht. Wie viele Menschen arbeiten täglich in einem Job, der zwar nicht viel Spaß macht, aber finanziell extrem vernünftig ist. Ich weiß, wovon ich spreche. Hab´ ich jahrelang selbst so gemacht.

Neulich erzählte mir ein junger Entrepreneur bei einem Start-up-Treffen an der Berliner TU, er habe in der ZEIT gelesen, dass 80 % der Deutschen innerlich bereits gekündigt hätten. Und trotzdem würden sie jahrelang weitermachen. Es helfe ja nichts. Irgendwas müsse man ja arbeiten. Das fand ich extrem interessant. Seit der Gründung meines kleinen Unternehmens (von dem ich sicher noch immer nicht ganz leben kann) frage ich mich täglich: WIE will ich arbeiten? Mit WEM will ich zusammenarbeiten?  WOMIT verbringe ich 100 Prozent meiner Arbeitszeit? An welchen Dingen kann ich noch etwas verbessern? Wo kann ich noch etwas dazulernen?

Der Designer Sagmeister behauptet, wer sich geistig frei machen wolle, müsse sich vor allem auch aus seinem Arbeits-Alltag ab und zu mal völlig befreien. Klaro: für mich als Freelancerin ist das eigentlich (von einigen Job-Absprachen abgesehen) easy. Für Freunde mit Kindern ist es dann nicht mehr ganz so einfach. Aber möglich ist es sicher immer.

Hey Ihr: it´s the holiday season! Nutzt die Zeit, macht Euch frei. Ist doch Sommer! Denkt an nichts. Werft Euch unter Eure Sonnenschirme. Und vertraut darauf, dass Euch beim Zitroneneis kaufen ganz nebenbei eine ganz plietsche Idee kommen könnten. It works! It always does.

Schöne Ferien Euch allen!

 

Wer Lust hat, kann sich während der Ferien auf youtube.com einen meiner Lieblings-Vorträge von Stefan Sagmeister ansehen:

Sagmeister über “The power of time off”. 

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Foto: Ist der Zitronenprint auf den Espadrilles nicht spitzenmäßig? Sie sind von meinem Lieblings-Label für Espadrilles, dem amerikanischen Start-up “Soludos”.

Das Abendprogramm

HBO's "True Detective" Season 1 / Director: Cary Fukunaga

Endlich eine neue Serie!
Der Mann im Haus hat gestern zwei Folgen der brandneuen HBO-Serie “True Detective” auf den Rechner gezaubert. In den Staaten läuft sie immer montags, hinterher kann man sie sich dann ganz ratzefatz im Netz herunterladen (pssst!). Selbstverständlich viel besser und völlig legal: liebe SKY-“Atlantic”-Abonnenten (Ihr Glücklichen!), Ihr müsst gar nicht lang nach Download-Dateien im Netz herumforschen. Werft Euch einfach vor die Glotze und guckt los. Den Pay-TV-Sender “SKY Atlantic” hätte ich selbst so gern. Aber ich wüsste wirklich nicht, wann genau ich mir denn dort bitte alle hundertsiebzig shitcoolen Serien und Spielfilme anschauen würde? Ich denke, ich wäre so schlimm fernsehsüchtig, ich würde doch glatt jeden Freundinnenabend im “Mädchenitaliener” absagen, weil es auf “SKY Atlantic” schon wieder so etwas wie neue Folgen von “Boardwalk Empire” gäbe. In meinem Haushalt gibt´s deshalb auch nur ein Abo für “SKY SPORT” (wegen der “Champions League”). Da gucke ich manchmal mit. Und das beste: SKY SPORT hat mich auch noch nie von den Feigen-Spaghetti im “Mädchenitaliener” abgehalten.

Und worum geht´s jetzt bei “True Atlantic”?
Zwei Cops aus Louisiana blicken zehn Jahre nach Aufklärung eines Mordes auf den spektakulärsten Fall ihrer Karriere zurück. Liebe Jurys der “Oscar´s” und der “Golden Globe´s”: für den Kamera-Chef von “True Detective” muss meiner Meinung nach unbedingt schon einmal alles zurückgestellt werden, was es in seiner Kategorie so zu gewinnen gäbe. Bilder und Kameraeinstellung sind d-e-r  W-a-h-n-s-i-n-n. Vor lauter Bildgewalt und anrührend minimalistischer Kameraführung stockte mir gestern abend beim Gucken immer mal wieder ganz kurz der Atem.

Und wer spielt mit?
Was wäre eine amerikanische Crime-Serie ohne ihren “detective”? Und in diesem Fall sinds ja auch gleich zwei: Woody Harrelson und Matthew McConaughey in der Rolle zweier Cops, die sich eher zufällig für diesen Mord zusammengefunden haben. Der eine hemdsärmlig, der andere latent desillusioniert. Dass der Frauenfilmheld McConaughey auch noch etwas anderes spielen kann, als Muskelmasse mit Dackelblick, hätte ich im Leben nicht gedacht! Und Woody Harrelson: the cool cat. Wie immer.

Wer hat denn um Himmels Willen immer noch die Zeit, all diese neuen amerikanischen Serien zu gucken?
Sage ich ja auch immer! Wenn es allerdings eine Top-Serie ist, will man sie doch auch unbedingt sehen, oder nicht? Und ich sage jetzt einfach mal: es ist eine Top-Serie. Ich habe drei Folgen gesehen und bin schon völlig süchtig. Sie ist eine gute Mischung aus “Twin Peaks”, “Blair Witch Projekt” und “No Country For Old Men”. Wer sie sich also irgendwie beschaffen kann, sollte unbedingt mal für eine Folge reingucken. Oder eben warten, bis “True Detective” auf DVD zu haben ist. Ich kann die vierte Folge wirklich kaum erwarten. Aber vorsicht: so ganz ungruselig ist “True Detective” nicht. Wenn´s mir zwischendrin zu schlimm wird, halte ich mir schnell ein Sofakissen vor´s Gesicht und überlege, ob ich noch eine angebrochene Packung Butterkekse aus den Untiefen des Küchenschranks hervorkramen könnte. Und eh man sich versieht, ist die Grusel-Szene auch schon wieder vorbei. Ehrenwort.

Hier geht´s zum Trailer (…auch schon minimal gruselig)…

Fotos: HBO

Tom Ford: 15 Dinge, die jeder Mann besitzen sollte

Tom Ford Liste 15 things every man should have

Treffen die meisten dieser Punkte nicht auch auf uns Frauen zu? Finde schon. Und wer kennt den grandios ausgestatteten Spielfilm “A single man” von Tom Ford noch nicht? Bitte unbedingt mal ansehen!

Ich finde den Film schon allein aus optischen Gründen so unfassbar toll, dass ich ihn mir jeden Winter wieder neu ansehe. Colin Firth (der Mann, der sich in  “Love actually” in die portugiesische Haushälterin verliebte), braust in “A single man” als homosexueller College-Professor im Hammer-Outfit (Der Anzug! Der Strickpulli! Der Pyjama!) mit einer Hammer-Karre (220 S Mercedes-Coupé von 1956!) durch das ohnehin schon hammermäßige Kalifornien. Abends wird die Karre vor einem schlichten Bungalow von einer derart umwerfenden, architektonischen Finesse geparkt, dass mir vor lauter Begeisterung regelmäßig meine Tüte Lieblingschips ( zur Zeit schon wieder “Salz und Pfeffer”) aus der Hand plumpst.

B – R – E – A – T – H – T – A – K – I – N – G !

via Another / Loves