Category: Interior und schöne Dinge für zuhause

Was wir über Kamine wissen

perfektehaare

Sind dies nicht die perfekten Haare? Und ist es nicht das perfekte T-Shirt? Was auch immer da draufsteht, auf diesem perfekten T-Shirt. “Filles en rouge…” und so weiter. Ist es nicht der perfekte Hosenanzug, in den das Mädchen das T-Shirt so beiläufig reingesteckt hat? Und sieht es nicht so aus, als trüge sie hohe Schuhe? Weil die Hose doch so schön fällt, wißt Ihr.

Die Frage ist nur: was passiert denn jetzt? Warum trinkt sie Ihren Kaffee im Stehen? Wartet zehn Stockwerke weiter unten vielleicht schon ein Taxi auf sie? Ein Taxi, das sie zum Flughafen bringt. Und springt das schöne Mädchen von dort in einen Flieger nach Paris? Oder nach sonstwohin? Fliegt sie jetzt so, in diesem Aufzug, auf ein Shooting? Oder ist das hier gerade schon das Shooting, in dieser Wohnung, in diesem Moment, in einem für uns unsichtbaren Bereich vor dem Kamin?

Alles, was ich weiß, ist, dass ich das Foto von diesem Mädchen unbedingt aufheben muss. Weil der Haarschnitt cool ist. Weil die Haare cool sind. Und weil der Kamin da rechts am Bildrand, ja, weil auch der so cool ist. Findet Ihr Kamine auch so spitzenmäßig, wie ich?  Dann sollten wir uns dieses wunderschöne Exemplar unbedingt mal genau ansehen.

Ich gehe nämlich davon aus, dass eine oder mehrere von uns eines Tages karrieremäßig noch so unfassbar durch die Decke schießen werden und dass wir uns dann unbedingt ein Apartment in New York kaufen müssen. Weil wir einfach so viel drüben wären, auf der anderen Seite des Atlantiks. Und weil es uns auf Dauer einfach keinen Spaß machen würde, ständig in einem Hotel abzusteigen.

Und ist es nicht total gut, so ein Meisterstück von Kamin wenigstens schon einmal auf einem Foto gesehen zu haben, bevor uns ein Immobilienmakler kurz nach unserem möglicherweise bombastischen Welterfolg ein Apartment mit einem möglicherweise total häßlichen Standardkamin zeigt?

Ich nehme an, dass der Makler diesen häßlichen Retorten-Kamin bei der Besichtigung sicher total übertrieben abfeiern würde. Der sei “total state of the art“, und so weiter, jaja, schon klar.

Und in diesem eigenartigen Moment, in dem der Makler den Anruf eines anderen Kunden annähme und uns im leeren Wohnzimmer stehen lassen würde mit dem Gefühl, wir hätten doch eh keine Ahnung, was wüssten wir denn schon von New Yorker Kaminen, in exakt diesem Moment wüssten wir zwei Dinge.

Wir wüssten, dass er der vollkommen falsche Makler für uns ist.

Und weiter wüssten wir, dass die Wohnungssuche (mit einem netteren Makler) erst dann beendet wäre, wenn er uns einen so wunderbar antiken Kamin wie diesen hier zeigt. Einen Kamin, der total besonders ist, weil der Kaminbauer vielleicht so etwas abgefahrenes wie ein Relief aus der griechischen Mythologie dranmodelierte.

Wir wüssten, dass dieser Kamin so viel schöner wäre, als ein neuer. Weil er alt ist. Und nicht “nouveau riche”. Wir wüssten, dass dieser Kamin morgens für uns als Kaffeebar funktionieren würde. Als  Tresen, an dem wir frisch geduscht und mit halb geföhnten Haaren, im Hosenanzug und im weißen T-Shirt, an diesem Kamin lehnen und all unsere hyperaktiven Gedanken noch einmal sammeln könnten, bevor der Tag begänne. Und dass wir hier noch einmal ganz kurz für uns sein könnten, bevor der Taxifahrer unten vor dem Haus auf unsere Klingel drücken würde.

Komme gleich!, würden wir dem Taxifahrer durch die Gegensprechanlage zurufen. Und dann würden wir dem Liebespaar auf dem Relief mit der Fingerspitze kurz über seinen Rücken streichen und an unsere Liebsten denken.  An all die Menschen, die in diesem Moment gerade nicht bei uns in New York sein könnten.

Und wenn der Taxifahrer zum zweiten Mal klingelt, jetzt mehrmals hintereinander und deutlich ungeduldiger, dann würden wir den Kaffeebecher auf dem Kaminsims abstellen, uns den Rollkoffer schnappen, der schon fertig gepackt an der Tür stünde, wir würden unseren Kamin, den vielleicht schönsten Kamin der Welt, zurücklassen. Und endlich in den Tag hinausflitzen.

Foto: Fashion Gone Rouge/tumblr

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Die “Night Couch” von The Hansen Family

The Hansen Family Night Couch Remix 2 Gesa Hansen

The Hansen Family night couch remix

Wer viel arbeitet, darf auch getrost mal eine Runde auf der Couch herumfläzen. Ich suche immer noch nach einem Sofa für mein Office. Seitdem ich die “Night Couch” aus der “Remix”-Kollektion von “The Hansen Family” gesehen habe, kann ich mich für kein anderes mehr begeistern. Was es kostet, habe ich während Recherche jetzt erstmal vernachlässigt, ähem. Das beste an dem Sofa: man kann es superschnell zu einem Daybed umfunktionieren. Nach zwei, drei “wichtigen” Business-Telefonaten einfach die Rückenpolster von der Couch schmeißen und ein kurzes Mittagsschläfchen á la Don Draper (aus der TV-Show “Mad Man”) halten. Fehlt dann eigentlich nur noch eine resolute Vorzimmerdame, die die Jalousien herunterlässt und vor der Bürotür mit eiserner Miene Wache schiebt.

The Hansen Family wurde 2009 von Gesa Hansen gegründet. Hansen ist Absolventin der Bauhaus-Universität in Weimar und lebt seit acht Jahren in Paris.

Fotos: The Hansen Family

The hidden bedroom

Weil sie mir immer noch nicht aus dem Kopf geht…
…heute nochmal die Wolldecke “The Cross blanket” der Schwedin Pia Wallén, die auch als Tagesdecke mächtig was hermacht, wie ich heute auf einem alten Post des Blogs A Merry Mishap festellte. Wie hübsch auch, das Schlafzimmer in einer Art Abseite unterzubringen! Diese kleine Nische hätte ich ja sicher sofort zu einem begehbaren Kleiderschrank gemacht. Und dabei schaut das versteckte Schlafzimmer dort um die Ecke wirklich kuschelig aus. Da muss man sich vom Bett aus ja nur noch entscheiden: lese ich heute mal eins von den gelben Büchern? Oder ein pinkes. Und dann die Frage: welche Bluse ziehe ich morgen ins Büro an? Vielleicht mal wieder eine weiße?

>> Reminder to myself: einfach mal nicht gleich alle Räume so aufteilen, wie es einem in den ersten zwei Sekunden in den Sinn gekommen ist! Klar, umziehen ist der OBERHORROR (für mich zumindest). Und oft will man´s ja auch möglichst schnell hinter sich bringen. Aber würde ich in unsere eigene Wohnung nochmal einziehen, müsste die begehbare Kleiderkammer – so toll die auch ist – neu überdacht werden. Sie wurde nämlich einfach deshalb wieder eine, weil auch die Vormieter sie schon so genutzt haben. Manchmal überlege ich, ob die Kleiderkammer nicht auch ein kleines Office werden könnte (weil in unserer Wohnung das Arbeitszimmer fehlt). Aber wohin dann mit all den Klamotten, Schuhen, Koffern, dem Bügelbrett und der Trittleiter? Etwa ins Schlafzimmer? Bloß nicht! All der Krempel, der sich dort türmen würde – wie sähe denn das dann aus ? Und jetzt auch bloß keine wilde Frühlingsumräumaktion anzetteln. Scheint doch gerade mal die Sonne draußen. Also: schnell raus vor die Tür. Und das mal ohne Mütze und Handschuhe. Hurra.

AMM Blog Pia Wallen cross blanket

Foto: A Merry Mishap

The Cross Blanket

Seit Ewigkeiten habe ich mich gefragt, woher diese lässige, schwarz-weiße Decke ist, die den ganzen Winter lang auf jedem zweiten Instagram-Post der amerikanischen Bloggerin Bleubird zu sehen war. Heute fand ich es heraus! Sie ist von der schwedischen Designerin Pia Wallén.

Auf Ihrer Homepage schreibt die Schwedin: “The Cross Blanket is related to our world famous Crux Blanket which was born in 1991. Pia (Wallén) was intrigued by the values, that a cross represents. In Swedish folk art tradition, the cross is a strong symbol for hope. It has remained an important symbol for Pia Wallén throughout her career. The new blanket is made of the finest organic cotton. Produced in collaboration with a Swedish company that manufactures environmentally friendly cotton from their own fields in Peru.”

Ganz weichgespült von den ansprechenden Keywords “strong symbol for hope”, “swedish tradition” und “environmentally friendly from Peru”, konnte ich nicht anders und klickte schon ganz wild auf “add to cart”, als sich herausstellte, dass die Baby-Decke, also die Decke in “small” (die die coolere ist, weil die “Plus-Zeichen” kleiner eingewebt sind) gerade ausverkauft ist. Lasst mich raten: weil sie in diesem Winter vermutlich halb Amerika bei Bleubird gesehen und blind nachbestellt hat. Ach, was sage ich: GANZ Amerika. Nach hundert product placements, denen ich ja selbst schon total auf den Leim gegangen war, will man sie ja am Ende ganz einfach nur noch H-A-B-E-N.

Aber nichts zu machen. Jetzt ist sie gerade ausverkauft. Gemein. Kurz war ich erleichtert. Dann: wütend. Dann wieder erleichtert. Angeblich ist die Decke ab Januar 2013 wieder da. Also AB JETZT! (Hello Sweden? Where are the blankets?)

Wer die Muße hat und sich jeden Tag Pia Walléns Schweden-Webshop aufruft (ich habe sie nicht, mein Browser stürzt eh schon dauernd ab, weil ich 25 Tabs gleichzeitig offen habe, die mich an 25 Dinge erinnern sollen, die ich noch erledigen wollte) … Also, wer mitbekommen sollte, dass die “small” wieder “in stock” ist, muss mir unbedingt eine kleine mit schwarz-weißen Kreuzen mitbestellen. Für 650 schwedische Kronen (85 Euro) bei einem Deckenformat von 80 cm x 125 cm zwar eher “on the pricey side”, wie ein amerikanischer Blog neulich ganz nett formulierte. Aber “cheap & cheerful”-Krempel von Ikea wird ja auf Coolster-Blogs nie geposted. That´s the Golden Rules of Coolster-Blogging: immer “pricey” + schwer zu bekommen. Und hier gleich noch eine zweite Coolster-Blogger-Regel: dauernd Fotos von dem inzwischen in allen Webshops ausverkauften Krempel posten. Und dauernd extra NICHT sagen, woher der Krempel ist. Macht´s ja dann alles nur NOCH cooler. “Too cool for school”, würde mein früherer Art Director Hans sagen. Und der Hans, der weiß, was cool ist.

P.S. Kika und Lotta haben auf Raetherei neulich verraten, woher Ihre zwei Lieblingsdecken sind (hier geht´s zu Lotta´s Post über Luckyboysunday und Kika´s über Scholten and Baijings). Auch zwei wirklich schöne Decken, die ich schon mal im Auge hatte!

Photo by She had us at hello blog Cross blanket by Pia Wallén

Photo by She had us at hello blog Cross blanket by Pia Wallén2PiaWallenLargeCrossBlanket-2

Fotos: She had us at hello (1+2), Story North (3)

Die “Blah blah”-Decke

Es gibt bei uns Designern oft so einen Moment, da sieht man etwas (vor allem auf einer der unzähligen Seiten, auf denen man im Internet gerade mal wieder völlig wahllos unterwegs war)… Ja, also da entdeckt man etwas und findet es so schön, dass man zunächst die Luft anhält – und dann mit einem hochrotem Kopf den Laptop-Deckel herunterknallt. Weil man es – ja, das ist eine schlimme Designerkrankheit – selbst so gern entworfen hätte und das Produkt so fantastisch findet, dass man es kaum aushält.

Neulich hatte ich wieder so einen schwachen Moment. Meine ehemalige Kollegin Lorraine hatte mir die Website der britischen Strickdesignerin Donna Wilson zugeschickt und geschrieben “Schau mal drauf, wird Dir sicher gefallen…” Weil ich Lorraines Geschmack blind vertraue, klickte ich gleich auf den Link. Die Seite öffnete sich und ich war auch sofort ganz hingerissen von all der wunderbaren Wilson´schen Regenwolkenkissenwelt. Aber dann entdeckte ich die “Blahblah”-Decke. Ich schloss SOFORT das Browserfenster und sprang vom Stuhl auf. Goddamnit. Die Decke war ja einfach soooo lässig. Und ich hätte sie, ich geb´s zu, selbst gern entworfen. Aber jetzt gab es sie schon. Von “dieser” Donna Wilson. Tssss…. Irgendwie schaffte ich es, mich wieder in den Griff zu bekommen. Es war nicht ganz einfach, aber es ging dann wieder. Richtig coole Sachen von anderen Leuten, sagte ich mir, bringt ja auch immer die Qualität der eigenen Entwürfe voran. Wohingegen Super-Schrott von Schrott-Designern einfach nur Schrott ist und Stillstand bedeutet. Es sei denn, es ist cooler Super-Schrott. Aber das führt dann jetzt auch wirklich zu weit.

Also, liebe Donna: herzlichen Glückwunsch! Es ist eine der coolsten Decken, die ich jemals gesehen habe. Du weisst jetzt, ich sage dies nicht ganz -ähem- neidlos, aber am Ende doch noch von Herzen.

Foto: Donna Wilson, Safari Living

And suddenly it´s morning.

Der Hamburger Künstler Stefan Marx hat vor Jahren mit mir zusammen in Hamburg an einer Schule studiert, die unter uns Studenten immer nur “die Armgartstraße” genannt wurde (nach der Straße, in der unsere Design-Hochschule in Winterhude lag). Während wir anderen in unseren Zeichenkursen brav den Anweisungen unserer Professoren folgten, machte Stefan schon zu Hochschulzeiten konsequent sein eigenes Ding und gestaltete u.a. für das Skate-Label Cleptomanix legendäre T-Shirts, Boxershorts und Skateboards. Heute wird Stefan von der Galerie Karin Guenther in der Admiralitätstraße in Hamburg vertreten, veröffentlicht regelmäßig im nieves Verlag und gestaltet T-Shirts und Poster für den Offenbacher Techno-Club Robert Johnson.

Auf der Suche nach einer schönen Tagesdecke kam mir heute die wunderschöne, schwarz-weisse Merino-Decke von Stefan wieder unter, die fast 3 Kilogramm wiegt. Sie war 2010 eine Jahresgabe des Kunstvereins Hamburg und wurde in einer Auflage von 20 Stück angefertigt. Ist die nicht ein Knaller?

And suddenly it´s morning, 2010


Rechts auf dem Bild: the artist himself, Stefan Marx.

fotos: s-marx.de, kunstverein.de (Foto der Merino-Decke von Fred Dott).

7 Kissen von VITRA

Vitra-Möbel sind unangreifbar. Wunderbar klassisch und gleichzeitig unfassbar modern. Verner Panton, Jasper Morrisson, Konstantin Gricic – dies sind nur drei Namen aus dem exklusiven Reigen der Vitra-Designer, die sich wie eine “V.I.P.-List” der größten Möbel-Gestalter aller Zeiten liest.

Schaut man sich die aktuelle Kissen-Kollektion von Vitra dagegen mal an, ist man bisweilen ganz schön “unterwältigt”. Ein paar wenige, schöne Prints gibt es zwar. Aber generell muss ich sagen: vieles ganz schön Retro. Und für 168 Euro bis 270 Euro kann man von einem kleinen Kissen von niedlichen 43 x 43 Zentimetern dann doch auch erwarten, dass man den Bezug nach einer großen Ben-and-Jerrys-Kleckerei auf der Couch abziehen und waschen kann. Geht aber nicht. Liebes Vitra-Team, wie wär´s denn mal mit einem Reissverschluss? So könnte selbst ich bekennende Klecker-Hysterikerin mich etwas lockerer machen.

Aber hier sind sie jetzt, meine sieben Lieblings-Kissen von Vitra.


Small Dot Pattern Document
Das Muster entwarf das Designer-Paar Charles und Ray Eames.

Gibt es auch in “umgekehrter” Version:
Small Dot Pattern Document Reverse

Es lebe das Streifenmuster!
Maharam Toostripe orange
von Vitra. Toll!


Ein Minatur-Schachbrett: das Checker Kissen von Vitra.

Die folgenden drei Kissen von Vitra sind mittlerweile schon Auslaufmodelle.
Einzelne Ausstellungsstücke sind noch erhältlich bei designfunktion.de.

Kirchturmspitzen einer mittelalterlichen Stadt:
Retrospective Repeat, entworfen von Antonio Citterio


Grafische Grundformen: Geometric D Kissen

Vitra Kissen Sun

fotos: connox.de, designfunktion.de, vitra.de