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Schwachsinnige Streitereien

Immer, wenn ich für ein paar Tage allein zuhause bin, lasse ich mich so richtig gehen. Ich wasche meine Haare nicht mehr. Ich stelle meinen Wecker nicht mehr. Und ich schlafe so lange aus, bis man das, was ich mir im Stehen an der Arbeitsfläche in der Küche reinschiebe, schon nicht mal mehr Frühstück nennen kann. Und weil es ja keiner mitbekommt, esse ich morgens, mittags und abends abwechselnd Butterbrote mit Käse oder Butterbrote mit Marmelade oder Butterbrote mit Käse UND Marmelade. Herrlich.

Das Allerbeste am Alleinsein ist: endlich quatscht einem keiner mehr in das Netflix-Programm. Im Ernst jetzt! So schön das Zusammenwohnen als Paar die allermeiste Zeit ist, die Tatsache, dass wir uns bis in alle Ewigkeit darüber abstimmen müssen, welche Filme wir abends streamen, kann auch mal ein echter Downer sein. Im besten Fall endet es damit, dass ich mich von meinem Mann stundenlang in irgendwelche Serien reinquatschen lasse, die ich zwar ursprünglich nie hatte sehen wollte, hinterher aber noch viel süchtiger bin, als er selbst.

Einige verbringen ja aus genau diesem Grund den ganzen Abend in getrennten Zimmern. Dauerhaft. Sie im Wohnzimmer vor der Glotze und er im Arbeitszimmer vor der Glotze. Diese Abmachung klingt im ersten Moment total super. Eingeführt haben wir sie aber trotzdem noch nicht.

Vor ihm würde ich es niemals zugeben, aber ich habe einfach zu viel Schiss, dass all diese Abende vor getrennten Fernsehern mir eines Tages, wenn mein Mann mit einer 21-jährigen Projektmanagerin mit “Brazilian Landing Strip”, champagnerfarbenem iPhone und dem IQ von einer Schreibe Toastbrot durchbrennen sollte, noch einmal ganz schlimm vorgeworfen werden könnten.

Das kennt man ja aus der Paartherapie: bei den meisten Dingen, die man sich hinterher auf quietschgrünen Sesseln im Beisein der Therapeutin vorwirft, wußte man eigentlich vorher, also während man sie tat, dass sie jetzt nicht so unbedingt der Bringer für die Beziehung sind.

Weil mein Mann (die allermeiste Zeit) ein sehr netter und humorvoller Mensch ist, empfahl er mir vor einigen Monaten sonntags beim Frühstück ein richtig spannendes Interview mit Cecelia Ahern auf dem Podcast “An Irish Man Abroad”. Und weil ich mir nach unserer Hochzeit im letzten Sommer vorgenommen habe, (die allermeiste Zeit) eine sehr nette und humorvolle Ehefrau zu sein, höre ich mir das, was mein Mann empfiehlt, mit etwa viermonatiger Verspätung auch hin und wieder mal an.

Cecelia Ahern spricht in diesem Interview mit Jarlath Regan über die Zeit während ihres Studiums, in der sie an Panikattacken erkrankte und ihre Dubliner Wohnung nicht mehr verlassen konnte. Wochenlang schloß sie sich zuhause ein. Und weil sie einfach etwas dagegen tun musste, um in ihrer kleinen Wohnung nicht verrückt zu werden, schrieb sie in nur drei Monaten ihr erstes Buch “P.S. I Love you”.

Das Interview mit Cecelia Ahern hat mich so fasziniert, dass ich gestern Abend beschloß, mir den Film “P.S. I Love You” anzusehen. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich den Hauptfiguren ihre Geschichte abnehmen oder nach einer Viertelstunde mit einer angebrochenen Tüte Chips im Gesicht auf der Couch einpennen würde.Und dann kam es vollkommen anders.

Ab Filmminute 2 habe ich nur noch durchgeheult. Der Film zeigt, wie es ist, wenn einem der Ehemann viel zu früh wegstirbt (Gerry ist in diesem Film gerade mal Anfang Dreißig). Schlimm genug, dass Gerry nun also direkt nach den ersten Filmminuten schon wieder aussteigt. Hinterher trifft ab jetzt auch noch jeden Monat ein unfaßbar schöner Brief von ihm ein. Diese Briefe, die er seiner Frau heimlich vom Krankenbett aus schrieb, bevor er verstarb, sollen ihr Monat für Monat über seinen Tod hinweghelfen.

Als der Film zuende war, schmiss ich etwa hundertvierzig vollgeschneuzten Tempotaschentücher in den Müll und wäre im Bad beim Lichtmachen beinahe selbst abgekratzt, so sehr erschrak ich darüber, wie krass “Anton-der-kleine-Vampir”-mäßig meine Wimperntusche beim Heulen im Gesicht verschmiert war.

Beim Abschminken berappelte ich mich wieder. Ich war plötzlich froh darüber, dass ich noch lebte. Und dann war ich froh darüber, dass mein Mann noch lebt. Und dann war ich plötzlich gar nicht mehr froh, weil mir in diesem Augenblick einfiel, dass ich ihn wegen so vieler Kleinigkeiten oft ganz schön anzoffe.

Auf dem Weg ins Schlafzimmer schickte ich ihm ganz viele Herzchen und Emojis und bekam auch sofort ein paar von ihm zurück. Und dann schickte er mir Fotos aus der Kneipe (auf denen ein paar Gläser Guiness und dahinter verschwommen sein Bruder, ein guter Freund, der Barmann und keine einzige gewaxte Projektmanagerin zu sehen waren).

Ich schwor mir, mich nie mehr mit ihm über so unsinnige Dinge wie das Fernseh-Programm zu streiten. Als ich im Bett lag und die rechte Seite neben mir leer blieb, weil mein Mann gerade in einem ganz anderen Land in der Kneipe saß, da ahnte ich, dass wir die schwachsinnigen Streitereien untereinander irgendwann einmal vielleicht ganz schrecklich bereuen könnten. Mindestens so sehr, dachte ich, wie Holly sie in “P.S. I Love You” bereute. Und dann knipste ich das Licht aus.

Foto: Warner Bros. Pictures, Momentum Pictures

Was wir über Kamine wissen

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Sind dies nicht die perfekten Haare? Und ist es nicht das perfekte T-Shirt? Was auch immer da draufsteht, auf diesem perfekten T-Shirt. “Filles en rouge…” und so weiter. Ist es nicht der perfekte Hosenanzug, in den das Mädchen das T-Shirt so beiläufig reingesteckt hat? Und sieht es nicht so aus, als trüge sie hohe Schuhe? Weil die Hose doch so schön fällt, wißt Ihr.

Die Frage ist nur: was passiert denn jetzt? Warum trinkt sie Ihren Kaffee im Stehen? Wartet zehn Stockwerke weiter unten vielleicht schon ein Taxi auf sie? Ein Taxi, das sie zum Flughafen bringt. Und springt das schöne Mädchen von dort in einen Flieger nach Paris? Oder nach sonstwohin? Fliegt sie jetzt so, in diesem Aufzug, auf ein Shooting? Oder ist das hier gerade schon das Shooting, in dieser Wohnung, in diesem Moment, in einem für uns unsichtbaren Bereich vor dem Kamin?

Alles, was ich weiß, ist, dass ich das Foto von diesem Mädchen unbedingt aufheben muss. Weil der Haarschnitt cool ist. Weil die Haare cool sind. Und weil der Kamin da rechts am Bildrand, ja, weil auch der so cool ist. Findet Ihr Kamine auch so spitzenmäßig, wie ich?  Dann sollten wir uns dieses wunderschöne Exemplar unbedingt mal genau ansehen.

Ich gehe nämlich davon aus, dass eine oder mehrere von uns eines Tages karrieremäßig noch so unfassbar durch die Decke schießen werden und dass wir uns dann unbedingt ein Apartment in New York kaufen müssen. Weil wir einfach so viel drüben wären, auf der anderen Seite des Atlantiks. Und weil es uns auf Dauer einfach keinen Spaß machen würde, ständig in einem Hotel abzusteigen.

Und ist es nicht total gut, so ein Meisterstück von Kamin wenigstens schon einmal auf einem Foto gesehen zu haben, bevor uns ein Immobilienmakler kurz nach unserem möglicherweise bombastischen Welterfolg ein Apartment mit einem möglicherweise total häßlichen Standardkamin zeigt?

Ich nehme an, dass der Makler diesen häßlichen Retorten-Kamin bei der Besichtigung sicher total übertrieben abfeiern würde. Der sei “total state of the art“, und so weiter, jaja, schon klar.

Und in diesem eigenartigen Moment, in dem der Makler den Anruf eines anderen Kunden annähme und uns im leeren Wohnzimmer stehen lassen würde mit dem Gefühl, wir hätten doch eh keine Ahnung, was wüssten wir denn schon von New Yorker Kaminen, in exakt diesem Moment wüssten wir zwei Dinge.

Wir wüssten, dass er der vollkommen falsche Makler für uns ist.

Und weiter wüssten wir, dass die Wohnungssuche (mit einem netteren Makler) erst dann beendet wäre, wenn er uns einen so wunderbar antiken Kamin wie diesen hier zeigt. Einen Kamin, der total besonders ist, weil der Kaminbauer vielleicht so etwas abgefahrenes wie ein Relief aus der griechischen Mythologie dranmodelierte.

Wir wüssten, dass dieser Kamin so viel schöner wäre, als ein neuer. Weil er alt ist. Und nicht “nouveau riche”. Wir wüssten, dass dieser Kamin morgens für uns als Kaffeebar funktionieren würde. Als  Tresen, an dem wir frisch geduscht und mit halb geföhnten Haaren, im Hosenanzug und im weißen T-Shirt, an diesem Kamin lehnen und all unsere hyperaktiven Gedanken noch einmal sammeln könnten, bevor der Tag begänne. Und dass wir hier noch einmal ganz kurz für uns sein könnten, bevor der Taxifahrer unten vor dem Haus auf unsere Klingel drücken würde.

Komme gleich!, würden wir dem Taxifahrer durch die Gegensprechanlage zurufen. Und dann würden wir dem Liebespaar auf dem Relief mit der Fingerspitze kurz über seinen Rücken streichen und an unsere Liebsten denken.  An all die Menschen, die in diesem Moment gerade nicht bei uns in New York sein könnten.

Und wenn der Taxifahrer zum zweiten Mal klingelt, jetzt mehrmals hintereinander und deutlich ungeduldiger, dann würden wir den Kaffeebecher auf dem Kaminsims abstellen, uns den Rollkoffer schnappen, der schon fertig gepackt an der Tür stünde, wir würden unseren Kamin, den vielleicht schönsten Kamin der Welt, zurücklassen. Und endlich in den Tag hinausflitzen.

Foto: Fashion Gone Rouge/tumblr

Über den Wolken.

Wolken PETERSEN Hellopetersen

(Blick aus dem Flugzeug auf roséchampagnerfarbene Wolken)

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Weil es bei uns in Berlin so neblig trüb geworden ist, wünsche ich mir gerade sehnlichst einen knackblauen Winterhimmel herbei. Frostig darf´s meinetwegen sein. Kein Problem. Aber so feucht, naß und trüb? Brrrr. Mir knirschts schon seit Wochen in den Knochen. Hey, Du kalter Winter, ich bin doch keine 23 mehr. Und kann auch nicht gerade behaupten, dass ich als Dreiundzwanzigjährige damals in Hamburg sehr viel weniger gefroren hätte. Nee, nee. Kam mir schon immer arschkalt vor, der Winter.

Und wenn ich mich an meine Studentenzeit zurückerinnere, hatte ich damals noch nicht einmal die Kohle für eine warme Daunenjacke. Ich bin von Oktober bis März im Zwiebellook durch die Hansestadt gerollt. Dicke Strickpullis und Sweatshirt-Hoodies zog ich unter so eine Art Übergangsjacke, viel mehr war damals nicht drin. Manche hatten beim Sonntagskaffee in den Elbvororten zwar so einen britisch-hanseatischen Woll-Dufflecoat (Stichwort “Ladage & Oelke”) von den Eltern überreicht bekommen. Ich gehörte leider nicht zu den Glücklichen. Und so richtig warm sind die Dinger auch nicht. Es zieht nämlich bei den Dufflecoats gefühlt von allen Seiten ständig rein wie Hechtsuppe. Aber klar: sie sind extrem schön. Keine Frage.

Zurück zur neblig trüben Wintersuppe. Vorige Woche flog ich nach einem kurzen Wochenendminiurlaub von Paris zurück nach Berlin und hatte das Glück, ganze 45 Minuten von meinem Flugzeugsitz aus in einen stahlblauen Himmel zu gucken. Ich saß am Fenster, glotzte mit offenen Mund ins Blaue hinaus und vergaß vor lauter Hin-und-weg-sein beinahe, mein “Meal” entgegenzunehmen: es bestand aus einer Winzpackung staubtrockener Kekse.

Ich stopfte mir alle drei Kekse auf einmal in den Mund, spülte das Gekrümel mit schlechtem Tee und Flugzeug-Orangensaft aus dem Tetrapack nach und lenkte meinen knurrenden Magen anschließend mit stoischem Aus-dem-Fenster-gucken ab. Unter dem blauen Himmel lag vorige Woche ein zauberhafter Schäfchenwolkenteppich von der Farbe lustig bitzelnden Roséchampagners. Irre schön war das. Und sehr festlich.

Zurück am Boden fand ich dann vor lauter  Hunger und Berliner Novembertrübseligkeit kaum vom Flugzeug zurück in den gelben Transferbus, der uns zum Hauptgebäude knattern sollte. Buuuh, Du blöder Winternebel.

Deshalb empfehle ich heute zur allgemeinen Aufmunterung die Weiße-Wölkchen-Seite der bereits im Herbst erschienenen DESIGN -Beilage der “New York Times”. Die Seite ist für alle, die im Büro einen -äh- sehr “fordernden” Tag haben – dass man völlig alle ist und ewig keinen Urlaub hatte, darf man ja heute auf keinen Fall mehr zeigen, sonst erreicht man seine mit der Chefin vereinbarten “Zielvorgaben” bis zum Jahresende nicht. Wer also Lust auf Wölkchen hat, gedanklich mal zwei Minuten ganz stulle abschalten möchte und neuerdings beim Durchscrollen seiner Facebook-Friends-Wall so ein komisches Herzrasen bekommt (so geht´s mir zumindest immer, weshalb ich´s mittlerweile kaum noch mache), however: alle, die sich halbwegs angesprochen fühlen, gucken jetzt mal schnell eine Runde in die DESIGN ISSUE rein.

Man kann sie supereasy online durchgucken. Und kommt die Chefin vorbeigetrappelt, muss man auch gar nicht erst mühselig das Facebook-Tab wegklicken, weil man mit dem verräterisch blauen Fenster immer so sehr den Eindruck macht, man sei extrem unterbeschäftigt und hätte noch “Kapazitäten frei” (Vorgesetzen-Sprech). Nein, dank der Wölkchen-Seite aus der “New York Times” ist das alles kein Problem. Wenn die Chefin mit einem halben Liter laktosefreier Bio-Latte an unserem Bildschirm vorbeihechtet, sagt das minutenlange, geistige Abschalten vor Wolken-Prints auf der “New York Times”-Webseite nichts anderes, als dass man gerade up and coming Trends scoutet und beim nächsten Themenmeeting neunundneunzig Probleme – ach, Quatsch-“Contentideen” für die Chefin dabeihat. (Und dies ist übrigens ein Super-Song für die Office-Playlist: “99 Problems but the bitch ain´t one” von JAY-Z)

So. Jetzt aber!

Hier geht´s direkt zur “New York Times” DESIGN ISSUE 2014.

Die Wolken-Seiten findet Ihr auf Seite 82 und 84. Und unbedingt auf Seite 58 zurückblättern, dort gibt´s einen kleinen Beitrag über den wunderbaren BRAUN-Designer Dieter Rams.

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Und noch mehr superlässige Wolken…
The “PAMUK necklace” von Ayzit Bostan. 925 Sterling Silver.

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Der PAMUK Button von Ayzit Bostan.

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Das Wolken-T-Shirt “Pamuk grey” von Ayzit Bostan.

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Der PAMUK Armreif von Ayzit Bostan.

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…und erinnert Ihr Euch noch? Von PETERSEN gab´s auch mal ein Wolkenmotiv.
Die Bettwäsche “CLOUDS” war im Jahr 2012 eins unser ersten Produkte. Wir recherchieren z.Zt noch nach einem neuen Stoffdrucker.

PETERSEN Bettwäsche Insta

Viel Spaß Euch allen. Beim Kalendertürchen öffnen. Adventsliedersingen. Und was Ihr sonst noch so treibt. Darauf jetzt einen Elisenlebkuchen mit dunkler Schokolade.

Fotos: via Ayzit Bostan und PETERSEN.

Immer wieder blau.

London Fashionweek SS2015, LFW, Mary Katrantzou

Sicher nicht das aufregendste Outfit der Saison, aber ein Outfit aus meiner absoluten Lieblings-Kategorie: the “All-time classics”. Von Kopf bis Fuß in dunkelblau. Love it. Hat man ratzefatz nachgestylt, wenn´s mal wieder superschnell gehen muss (und muss es nicht fast immer superschnell gehen?). Wer in der Früh nicht mehr dazu gekommen ist, sich die Haare zu waschen: never mind. Ungewaschenes, nachlässig gebürstetes “Messy Hair” macht diesen Look sofort noch etwas besser.

Besonders schön ist auch der Oversizepulli. So boyfriend, so lässig. Einzig die Sandalen, die sind nicht so richtig meins. Wenn´s schon eine Sandale sein soll, dann lieber (wie bei Alexa abgeschaut) eine von “K. Jacques / Saint Tropez”, zum Beispiel das Modell “Barigoule” in der Farbe “pul ocean”. Aber hört nicht auf mich, vermutlich sind die Schlappen auf dem Foto seit Monaten ganz furchtbar angesagt und ich Sandalenbanausin raff´s nur einfach nicht.

Ich trage im Früh- und Spätsommer lieber Pennyloafers und Ballerinas. Als die Temperaturen im Juli und August dann anstiegen, habe ich mich mit dem hippsten Comeback des Jahres, dem Modell “Madrid” von Birkenstock über Wasser gehalten.

“Navy is an easy color to love that is flattering on pretty much everyone it seems.”, schreibt unsere Freundin, die Streetstyle-Fotografin Sandra Semburg über dieses Foto auf ihrem Blog “A love is blind”. Und weiter: “I like the idea of a head-to toe color as a sort of uniform.”

Stimmt. Die mag ich auch sehr, die Idee einer dunkelblauen Uniform, die immer und überall hinpasst. Tagsüber ins Büro. Mittags für ein Business-Lunch mit dem HR-Recruiter des Unternehmens, in das man schon immer wollte. Und abends passt diese blaue Uniform auf ein Galerie-Dinner ganz genauso gut, wie auf die kleine Gartenparty bei Freunden, die neulich ins Grüne gezogen sind.

Und welche Frabe tragt Ihr im Moment  von “head to toe”?

Dieses Outfit ganz in Creme von “A love is blind” gefällt mir übrigens auch sehr…

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Foto via Sandra Semburg, “A love is blind”,  mit brandneuen Streetstyles aus den Fashionweeks.

Indoor-Training

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Ach, Herbst. Jetzt bist Du also da. Und irgendwie gut, dass Du jetzt da bist. Lange wollte ich nicht, dass Du kommst. Weil ich mir dachte: ist der Herbst erst da, dauert´s auch nicht mehr lang, bis sein blöder, älterer Bruder, der Winter, dazukommt. Warum kann man denn eigentlich NIE so richtig lang allein mit Dir sein? Es dauert doch ohnehin schon immer so ewig, bis ich mich nach einem langen Sommer an Dich gewöhnt habe.

Kaum freue ich mich über einen rascheligen Spaziergang durch gelbrosarotes Herbstlaub, kaum setze ich mich im Sonnenschein noch einmal an ein brandenburgisches Seeufer und erzähle meiner Begleitung, wie gut ich Dich jetzt plötzlich finde. Und die Begleitung nickt. Und findet Dich auch gerade so richtig gut. Und dann werfen wir noch ein paar Kieselsteinchen ins Wasser und fahren in der Abenddämmerung nach Hause (die jetzt eh schon immer viel zu früh beginnt). Kaum sind wir also so einigermaßen in Deinen Groove gekommen, prompt steht auch schon Dein älterer Bruder auf der Matte. Wie immer: unangekündigt. Und will – wie immer – mitmischen. Hat wohl mitbekommen, dass Du jetzt ein paar neue Freunde gefunden hast.

Du, Herbst, kannste den Winter diesmal nicht etwas länger zuhause lassen?

Ich weiß, ich weiß. Ist voll gemein von mir. So völlig daneben ist ja Dein Bruder oft gar nicht. Manchmal finde ich den schon auch okay. Er ist halt nicht so richtig der offene Typ. Eher schroff. Und oft mistig gelaunt, kaum interessiert an anderen…. Aber klar, oft sind diese Menschen die interessanteren. Nicht immer. Kommt aber vor. Manchmal muss man sie halt erstmal so nehmen, wie sie halt sind. So sperrig. Und am Ende kann es überraschend schwer unterhaltsam werden. Weil sie halt schon so einiges gesehen haben vom Leben. Finde ich eigentlich ganz gut, ihre Brüche in der Biografie. Und die hat Dein Bruder, der miesepetrige Winter, schon auch auf ´ne Art.

Und auf der anderen Seite gibt es so viele, die lieben Deinen Bruder ganz innig. Menschen, die wissen, wie man sich im Winter zwölf Stunden lang indoors beschäftigt. Menschen, die wissen, wie man sich bei -15 Grad noch warm und gleichzeitig ultralässig anzieht (keine Ahnung, wie das gehen soll). Menschen, die Wintersport können. Wintersport! Pöh. Ski- und Snowboardfahren, das schaue ich mir lieber im Fernsehen an. Ist mir viel zu kalt und gefährlich. Ich mag lieber Sommersport. Aber in Maßen. Ich schwimme ganz gern. Und fahre viel Rad. Beides nicht besonders schnell, dafür ewig lang. Gerade nehme ich zum ersten Mal in meinem Leben Tennisunterricht. Super ist das! Kann´s kaum erwarten, das allererste Match im kommenden Frühling auf einem Outdoor-Platz zu spielen.

Hey, Du, da kann Dein Bruder dann aber nicht mehr dabeisein. Das musst Du ihm dann sagen. Tennis im Freien – mit ihm? Nee, das passt einfach nicht. Und bis es soweit ist, arbeite ich in der Halle noch an meiner Rückhand. Zeit genug habe ich ja jetzt.

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Lässig und warm: der Herbst-Winter-Sweater “5 Strikes” von Undefeated via Fusshop.co.uk.

Hey, I just met you…

Jimmy Fallon Carly Rae Jepsen Call me maybe

Wie schön ist es doch, zusammen ein bißchen Quatsch zu machen!

So sehr ich mich diese Woche mal wieder in unnötiges Zeug hineingestresst habe, dieses Video macht mir schon seit Tagen so richtig gute Laune. Es ist von 2012, also nicht mehr ganz taufrisch. Ich finde diese Version von “Call me maybe” so dermaßen spitzenmäßig, ich kann gar nicht mehr aufhören, sie mir immer wieder auf “youtube” anszusehen.

Schaut Euch nur mal an, wie niedlich verschämt der US-Late-Night-Presenter Jimmy Fallon mit seiner (monsterlässigen) Background-Band “The Roots” anfangs noch loslegt. Leise und zögerlich stimmt er die ersten Takte an, während die Jungs im Hintergrund gleich völlig groovy auf die extra für diese Coverversion zusammengestellten “Classroom instruments” einklimpern. Und dann Carly Rae Jepsen! Welch eine zauberhaft positive und selbstbewusste Präsenz sie doch beim Singen hat. Bin mir nicht ganz sicher sicher, was denkt denn Ihr: könnte es sein, dass Jimmy Fallon nicht ganz textsicher ist und sich ein-zweimal ganz ordentlich versingt? Kommt mir jedenfalls schwer so vor, so sehr grinst die kanadische Sängerin mit dänischen Wurzeln beim Schunkeln zu ihm rüber…

Absolut sehenswert! Aber vorsicht, ziemliche Ohrwurmgefahr…

 

Hier geht´s zum youtube-Film…

Und hier noch schnell der Refrain (zum Mitsingen!):

“Hey, I just met you, and this is crazy
But here’s my number, so call me maybe
It’s hard to look right at you, baby
But here’s my number, so call me maybe.”
Na, und welchen Popsong hört Ihr Euch gerade in Heavy Rotation an?

Ein musikalisches, langes Feiertagswochenende Euch allen!

Nostalgie-Fernsehen

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Au. Weia. Ich gehöre jetzt offensichtlich schon zur Sorte Frau, die sich mit Mitte Dreißig völlig ultrakonservativ nach einer Serie sehnt, die seit zehn Jahren nicht mehr produziert wird. Gestern abend wünschte ich mir auf der Couch dringend eine harmlose Folge von “Sex and the city” herbei.

Während alle Welt megasüchtig nach “Game of Thrones” ist (der meiner Meinung nach brutalsten und überbewertetesten Serie unserer Zeit), wünsche ich mir, es gäbe mal wieder einen Hype um etwas, von dem ich selbst ganz mitgehyped bin. Klar, es gibt “House of Cards”, “Girls” und “True Detective”. So etwas wie “Sex and the city” scheint heute allerdings kein Mensch mehr produzieren zu wollen. Wer schreibt uns bitte, bitte mal wieder eine Serie wie “Sex and the city”, die in den Neunzigern auch von Männern betont uninteressiert mitangeschaut wurde, wenn gerade mal wieder eine neue Folge über den winzigen Röhrenfernseher im Wohnzimmer lief.

Würde Carrie heute beim Lunch mit Miranda, Samantha und Charlotte Ihre Kreditkarte aus einer kleinen, schwarzen “Céline”-Trio-Bag herausfischen? Hätte sie Stan Smith-Sneakers an den Füßen? Hmm, Sneakers und Carrie Bradshaw, das passt irgendwie nicht… Würde sie jetzt einen “Flat white” im Pappbecher durch die Straßenschluchten von Manhattan tragen? Und keinen “Latte Macchiato” mehr? Wäre der Mix aus Flohmarkt-Vintage und High Fashion immer noch Ihr Stil? (Fänd´ ich soo super! Mir kommt´s gerade so vor, als trüge kein Mensch mehr Vintage…)

Was hätte sich im New Yorker Stadtbild seit den späten Neunziger Jahren verändert? Hätte Carrie ein anderes Apartment in einem ganz anderen Stadtteil? Wer erinnert sich noch an das Townhaus in der Perry Street? Dort auf den Treppenstufen hat Carrie immer gesessen, die großen Papptüten der einschlägigen Labels abgestellt, telefoniert, auf “Big” gewartet…  Carrie´s Apartmenthaus fand im April 2012 für schlappe 9.85 Mio. Dollar einen neuen Käufer. Heureeka! Greenwich Village, there goes your neighbourhoud….

Was denkt Ihr, würde Carrie heute auch keine Zeitungs-Kolumnen mehr schreiben? Sondern bloggen? Wäre sie bei Instagram, Facebook und Twitter? Gäbe es einen Gast-Auftritt der It-girls Cara Delevingne und Alexa Chung? Und wäre “Mr. Big” immer noch der Mann an ihrer Seite? Gute Frage, oder? Der Typ “verschwiegener Investmentbanker in schwarzer Limousine”, also einer, der immer erst nach Anbruch der Dunkelheit von seinem Fahrer gebracht wird und im Morgengrauen wieder verschwindet, wäre der im Jahr 2014 noch “en vogue”?

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Carrie und Mr. Big sich jemals über etwas tiegründigeres als das Frühstück unterhalten hätten. Sätze wie “Ich komme mit meiner Sex-Kolumne heute zu keinem besonders heißen Ende” oder “Ich habe gegen nachmittag zwei Trustfonds falsch bewertet, eine Zilliarde Dollar verbrannt und einen wichtigen Kunden verloren”, die sind doch in der Serie eigentlich nie gefallen. Macht ja aber auch nichts. Emanzipation und Gespräche auf Augenhöhe? Hat damals vielleicht nicht immer so sehr im Mittelpunkt gestanden, als man das Drehbuch für diese zwei Charaktere zusammenschrieb.

Und heute? Gäbe es die Serie heute noch, ich bin mir sicher, Mr. Big wäre heute ein anderer Mann. Irgendwie moderner. Lebendiger, weniger “blockig”, nicht so steif. Vielleicht interessierter an Carrie. Sicher wäre ihm klargeworden, dass interessante Frauen inzwischen nicht mehr mit uninteressierten, selbstverliebten Arschgeigen ausgehen. Das wäre nämlich total 2000er Jahre. Vielleicht wäre er 2009 während des Bankencrashs an der Wallstreet auch im Job so ein winziges bißchen auf die Nase gefallen. Möglich, dass er mittlerweile weniger reich ist, dafür aber herzlicher. Offener. So stelle ich ihn mir heute vor. Könnte sehr gut sein, dass alle Figuren mittlerweile ein kleines Charakter-Make-Over bekommen hätten. Und wäre das gut? Schwer zu sagen. Vielleicht auch irgendwie nicht. Soll alles lieber schööön so bleiben, wie ich es in Erinnerung habe. Ich sag´s ja: call me “ultrakonservativ”.

In den Wintermonaten schaue ich mir deshalb völlig rückwärtsgewandt noch einmal alle Folgen von vorne an. Gestern entdeckte ich auf Amazon auch noch die “Pink Edition”: alle sechs Staffeln “Sex and the city” in einer einzigen DVD-Box. Kreisch! WIE für mich gemacht. Kinder, falls mich jemand sucht: ich bin in Wollsocken, Schlafanzug und hochgeknödeltem Haar auf der Couch. Und werde sie so schnell auch nicht mehr verlassen.

Und welche Serie schaut Ihr Euch im Herbst noch einmal von vorne an?

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Fotos: alle von Tumblr

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